Nahrungsmittel-Check

„Richtig Gut Leben“ auf 3sat: Wie gesund Lachs ist

Eine 3sat-Serie nimmt beliebte Lebensmittel unter die Lupe. Die erste Folge untersucht einen der meistverkauften Fische: den Lachs.

Die Schauspielerin Stefanie Stappenbeck führt durch die Sendung „Richtig Gut Leben“. In der ersten Folge hinterfragt sie fünf Thesen zum Lachskonsum.

Die Schauspielerin Stefanie Stappenbeck führt durch die Sendung „Richtig Gut Leben“. In der ersten Folge hinterfragt sie fünf Thesen zum Lachskonsum.

Foto: Nadine Grothkopp / ZDF und Nadine Grothkopp

Berlin.  Die neue 3sat-Reihe „Richtig Gut Leben“ nimmt vier Lebensmittel in den Blick und formuliert für den Zuschauer einige Tipps, die zu einem möglichst ökologischen und gesunden Konsum führen sollen. In der ersten von insgesamt vier 45-minütigen Folgen, die der Sender von Montag an täglich ausstrahlt: der Lachs, der „König der Fische“, wie es in der Einleitung heißt.

Schauspielerin und Moderatorin Stefanie Stappenbeck („Polizeiruf 110“) spricht mit Meeresbiologen und anderen Wissenschaftlern, um eine „Schneise ins Dickicht aus Zahlen und Fakten zu schlagen“. Die Sendung liefert Hintergründe zu Fischfang, Transport und die richtige Zubereitung des Lachses. Und räumt mit einigen Mythen auf. Im Kern geht es um einen Faktencheck in fünf Thesen.

1. Der Lachs ist bedroht

„Der Lachs ist aus unseren Flüssen nahezu verschwunden“, sagt der Meeresbiologe Rainer Froese. Die größte Bedrohung liegt dem Experten zufolge in der Überfischung, es existierten mittlerweile nur noch wenige Bestände in der nördlichen Ostsee. „Aber den Wildlachs aus Alaska kann man gut essen“, sagt Froese, weil die Population dort noch wachse. Das Fazit schon hier: Der Lachs als Nahrungsmittel sollte für den Konsumenten wieder etwas Besonderes sein, ein Sonntagsessen.

2. Zuchtlachs ist besser als Wildlachs

Nein, nicht unbedingt. Zuchtlachs macht einen Marktanteil von 80 Prozent aus. Lachsfarmen in Chile, Norwegen und Großbritannien vermehren sich rasant. Das Problem: Mit dem Futter gelangen Antibiotika und Pestizide ins Wasser, die Exkremente der Lachse zerstören den Meeresboden. „Zuchtlachs ist nicht unbedingt besser als Wildlachs“, heißt es aus dem Off, weil die Wildlachs-Bestände in Norwegen in gutem Zustand seien. Umweltbewusste Konsumenten sollten daher zum Wildlachs greifen, preisbewusste hingegen zum konventionellen Zuchtlachs aus Aquakultur.

3. Lachs ist fettig, aber gesund

Ja. Die berühmten Omega-3-Fettsäuren, die der menschliche Körper selbst nicht produziert, sind sehr gesund. „Sie beugen der Verkalkung der Gefäße vor“, erklärt der Biologe Edmund Maser. Allerdings sollte bei der Zubereitung von Lachs eines unbedingt beachtet werden. Wer den Fisch in Alufolie mit Zitrone aufbäckt, läuft Gefahr, dass sich das Aluminium freisetzt und somit im Essen landet.

4. Gütesiegeln kann man nicht vertrauen

Der Biologe Edmund Maser: „Die Siegel sind nicht so gut wie sie vorgeben“. Aber immerhin bieten sie eine Orientierung, ob es sich um eine Aufzucht in Aquakultur, um Wildfang oder eine Biozucht handelt, sagt der Meeresbiologe Froese. Insofern können die Konsumenten schon darauf vertrauen, was ihnen die Siegel vorgeben.

5. Besser frischen Lachs als tiefgekühlten

Nein, meistens ganz im Gegenteil. „Tiefgekühlter Fisch ist besser als frischer, es sei denn er stammt aus heimischen Gewässern, weil er mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Keime hat“, sagt der Meeresbiologe Froese. 92 Prozent des in Deutschland verzehrten Fisches stammt aus dem Ausland und wird importiert. Für umweltbewusste Käufer sind laut den Experten Biolachs und Wildlachs aus Alaska die beste Wahl. Grundsätzlich gehöre Lachs aber nicht zu häufig auf den Speiseplan. (les)

• Montag, 22. August, 18.15 Uhr, 3sat, „Richtig Gut Leben - Lachs“ (die nächsten Folgen nehmen Lebensmittel Wurst, Soja und Schokolade unter die Lupe)