Waffenhandel

Verwirrung um Sky-News-Bericht über Waffenschmuggel

Hat Sky News Waffenverkäufe inszeniert und dafür Statisten bezahlt? Das behauptet eine rumänische Behörde. Der Reporter dementiert.

In Rumänien sollen Kriminelle laut einem Medienbericht über Mafiagangs an Maschinengewehre gelangen. Doch es gibt Zweifel an der Authentizität des Berichts.

In Rumänien sollen Kriminelle laut einem Medienbericht über Mafiagangs an Maschinengewehre gelangen. Doch es gibt Zweifel an der Authentizität des Berichts.

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Berlin.  Für 1700 Euro sollen Mafiagangs in Rumänien angeblich Sturmgewehre an jeden verkaufen, der interessiert ist. Auch Terroristen könnten sich so mit Waffen eindecken, der Absatz sei in den vergangenen zwei Jahren zudem stark gestiegen, berichtete der britische Sender Sky News am Wochenende. Nun aber sieht sich der Sender selbst einem Vorwurf gegenüber: Laut einem Bericht des „Guardian behauptete die rumänische Anti-Korruptions-Behörde Diicot am Mittwoch, die Journalisten hätten sich das Szenario ausgedacht und Statisten für einen Auftritt als falsche Waffenverkäufer bezahlt.

Dem „Guardian“ zufolge teilte die Behörde mit, dass sie mehrere Menschen festgenommen hat, die mutmaßlich von Sky News engagiert worden waren, um für den Bericht einen Waffenhandel zu inszenieren. Unter Berufung auf lokale Medien berichtet der „Guardian“ zudem, die Festgenommenen hätten behauptet, 2000 Euro für ihren Auftritt bekommen zu haben. Sky-Chef-Korrespondent Stuart Ramsay hätte sie zudem mit einem Drehbuch und dem nötigen Equipment versorgt.

Sky News steht hinter seinem Reporter

Gegenüber der rumänischen Nachrichtenagentur AgerPress soll einer der Beteiligten, Aurelian Szanto, gesagt haben, Sky habe ihm erklärt, die zu drehende Szene würde als Fiktion präsentiert werden. „Sie sagten mir Folgendes: Wir hätten gerne zwei Leute, die uns Waffen zeigen und dadurch Aufmerksamkeit darauf richten, wie diese Verkäufe ablaufen“, wird Szanto zitiert. Laut Diicot handelte es sich bei den Waffen im Bericht um Gewehre aus legalem Besitz, die für die Jagd eingesetzt würden.

Sky-News-Reporter Ramsay wehrte sich am Mittwoch gegen die Vorwürfe. Via Twitter deutete er an, die rumänische Regierung sei wegen des Berichts peinlich berührt und äußere sich deshalb so. Eine Sprecherin des Senders sagte gegenüber dem „Guardian“: „Stuart Ramsay ist einer unserer erfahrensten und hartnäckigsten Journalisten.“ Er liefere seit vielen Jahren große Geschichten von überall aus der Welt. „Er hat einen soliden Bericht über den Waffenhandel in Rumänien abgeliefert und Sky News steht voll hinter der Geschichte.“