Quizshow

Jauch beichtet bei "Wer wird Millionär" eine Mäuse-Phobie

Beim Promi-Spezial von „Wer wird Millionär?“ gibt es einen Besserwisser, zwei Wenigwisser und eine Beichte, die mit Mäusen zu tun hat.

Günther Jauch sprach beim 32. Promi-Spezial von "Wer wird Millionär" über seine Ängste.

Günther Jauch sprach beim 32. Promi-Spezial von "Wer wird Millionär" über seine Ängste.

Foto: dpa

Berlin. Zu Beginn des 32. Prominenten-Spezials von „Wer wird Millionär?“ steht die Komplett-Verwirrung. In welcher Reihenfolge erfolgen die Grundschritte beim Walzer? Rechter Fuß zuerst? Oder doch der linke und dann nach rechts vorne? „Ich weiß es!“, ruft Eckart von Hirschhausen, der mit Komiker-Kollege Ralf Schmitz sogleich über das Studioparkett kreist. Die beiden sind dann auch die Einzigen, die die Frage richtig beantworten können. Moderator Jörg Wontorra, seine Tochter Laura und Ex-Handballer Stefan Kretzschmar sind überfragt.

Ralf Schmitz, gelernter Balletttänzer („Alle Fotos in Strumpfhose sind verbrannt!“), darf als Schnellster loslegen – und hat gleich etwas zu lachen. Günther Jauch muss bei von besonderer Kuriosität geprägten Fragen zugeben, dass „die Redaktion erstmal unter Drogen gestellt wird“. Die meist dem Zeitgeist entsprechenden Fragen (angesagte Friseurtrends, Begrüßung unter Jugendlichen) sind aber durchaus zu lösen. Kniffliger wird es – und so sollte es selbst bei einem Promi-Spezial auch sein – bei den höheren Gewinnstufen: Gleich viermal hintereinander setzt der aus Shows wie „Genial daneben“ und „Die Dreisten Drei" bekannte Schmitz Joker ein. Bei 500.000 Euro (Welche Pflanzenart wächst auf vielen Inseln im Pazifik? Kilometerfressergurke, Stromfresserbanane, Menschenfressertomate oder Körnerfresserananas) ist dann aber finito. Für das Kinderhospiz „Balthasar“ in Olpe gewinnt er trotzdem immerhin 125.000 Euro. Ein solides Ergebnis für Schmitz, der sich wie Rumpelstilzchen durch die Sendung krächzt, erzählt er doch, bei einem Skiunfall auf den Kopf gefallen zu sein. Jauch: „Deswegen bist du dann auch bei RTL gelandet!“

Kretzschmar holt 64.000 Euro

Stefan Kretzschmar hatte noch vor der Sendung zugegeben, mit der App zur Sendung geübt zu haben, weil er doch ein wenig nervös sei. War dem ehemaligen Handball-Nationalspieler anzumerken – und dann war auch noch der Ratestuhl zu niedrig für den 1,90-Meter-Mann! Da muss Jauch (1,93 Meter) erstmal Sitzhilfe leisten. Der Sportler im schlichten schwarzen Shirt kommt dann aber anders als Schmitz locker durch die ersten Ratestufen. Erst die Frage nach einer Umsatzsteigerung macht Kretzschmar zu schaffen – und Jauch erst recht, geht es doch um die Frage nach der Umsatzsteigerung von Produkten. Eine mögliche Antwort: die Diddl. Jauch, Vater von vier Töchtern, habe eine „Phobie“ gegen die Maus-Figuren: „Ich habe schon Wunschzettel bekommen mit Kulli von Diddl, Federmappe von Diddl…und alles andere mit Diddl!“ Bei der nächsten Frage – Bei welcher Ernte kommen traditionell kleine Rechen zum Einsatz: bei Bananen, Gurken, Mais oder Oliven? – erklärt Jauch gleich das ganze Studio zum Erntedankfest. Publikumsgast Toni, eine Rentnerin mit Traubenzucker-Proviant in der Tupperdose, hat schon jegliche Ernten beobachtet oder selbst mitgemacht. Ein Glück, war Kretzschmar wegen Flugangst doch auf Medikamente gesetzt und anfangs „noch gar nicht richtig da“. Nicht weiter tragisch: 64.000 Euro gehen an den gemeinnützigen Verein „Gofus“, der Spiel- und Bolzplätze in benachteiligten Regionen baut.

Ob Jörg Wontorra und seine Tochter, die für den Sender Sport1 moderiert, als Duo einen Vorteil haben? Nicht unbedingt. Laura Wontorra, 27, ist sich schon bei der 50-Euro-Frage zum Spiel „Scrabble“ unsicher. Vater Wontorra, der schon bei den Kandidaten Kretzschmar und Schmitz immer wieder mit seinem Sport-Fachwissen eingegrätscht war, muss helfen, obwohl das Spiel Favorit der Tochter sei. Egal. Bei 500 Euro weiß Wontorra senior dann nicht, dass Darjeeling ein Tee ist, und bei der 2000-Euro-Frage macht die Geschwindigkeit auf Großbritanniens Autobahnen Probleme. Die Frage, wo der Schmetterlingsschnitt zum Einsatz kommt (bei Steaks und Schnitzeln), gestaltet sich dann leider auch nicht als Spaziergang. Schmitz und Kretzschmar witzeln derweil auf der Publikumstribüne. Leider zu Recht: Auch bei der 8000-Frage-Euro nach dem berühmt-berüchtigten Hilfsassistent bei Microsoft, Karl Klammer, kommt das Vater-Tochter-Duo erst mit Hilfe des Moderators weiter. Oha. „Kinder, Kinder, Kinder“, kommentiert Jauch, „da pulverisieren sich ja die Joker!“ Und er soll Recht behalten. Bei der 64.000-Euro-Frage, was eine Zygote ist (eine befruchtete Eizelle), setzen die beiden zunächst auf einen Telefonjoker, wobei der befragte Mediziner die falsche Antwort gibt. Auch das noch! Erst der Publikumsjoker ist sich sicher, dass Helene Fischer einst eine Zygote war. Ohne verbliebenen Joker geht das Ratespiel für die Wontorras zu Ende – bei doch erstaunlichen 125.000 Euro. Ihr Geld geht an die „Stiftung Mittagskinder“ in Hamburg und die Hansestiftung Jörg Wontorra.

Von Hirschhausen wittert Betrug

Ob es wenigstens Dr. Eckart von Hirschhausen bis zur Millionenfrage schafft? Der Komiker hatte jedenfalls schon bei falschen Antworten der anderen Kandidaten die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Der studierte Mediziner hatte es sich wohl zum Ziel gesetzt, als vierter Millionär nach Barbara Schöneberger (2011), Thomas Gottschalk und Oliver Pocher (beide 2008) das Studio zu verlassen. Von Hirschhausen, der im „Quiz des Menschen“ (9. Juni, ARD) selbst Prominente befragt, beschwert sich aber erstmal, dass die Fragen bei ihm „viel schwieriger sind als den anderen“. Jauch verdreht die Augen, „darauf habe ich gewartet!“ Als der Komiker dann auch noch schummeln will, als er sich bei der 32.000-Euro-Frage zum Einsatz des Bleistiftes als kosmetische Hilfe bereits zum zweiten Mal zum Publikum umdreht, gibt es Ärger von Jauch: „Jetzt gucken Sie nur noch den Onkel hier an!“ Als Wiedergutmachung bietet von Hirschhausen an, bei falscher Antwort der 125.000-Euro-Frage das Geld selbst zu spenden. Musste er dann aber nicht. Seine Stiftung „Humor hilft heilen“ bekommt am Ende die Summe – rechtzeitig genug, bevor Jauch ihm nach ungefragt vorgeführten Zaubertricks und zahlreichen wissenschaftlichen Erklärungen jeder Art „den Knebel in den Mund stecken kann“. Die „WWM“-Sommerpause kann kommen. Und mit 378.000 Euro für den guten Zeck sowieso.