„Let’s Dance“

Julius Brink tanzt sich in tränenreicher Show ins Aus

Die zehnte Ausgabe von „Let’s Dance“ war vor allem eins: hoch emotional. Nur eine agierte mal wieder wie eine gefühllose Dampfwalze.

So schön getanzt und geweint – und nun doch nicht mehr mit dabei: Julius Brink und Ekaterina Leonova während ihrer Performance bei „Let’s Dance“ am Freitagabend.

So schön getanzt und geweint – und nun doch nicht mehr mit dabei: Julius Brink und Ekaterina Leonova während ihrer Performance bei „Let’s Dance“ am Freitagabend.

Foto: Sascha Steinbach / Getty Images

Berlin.  Hach ja, was waren das für Emotionen! Mit unendlich großer Freude fing alles an, als Victoria Swarovski die zehnte Ausgabe der aktuellen „Let’s Dance“-Staffel mit einem fulminanten Quickstepp und ebenso fulminanten 30 Jury-Punkten eröffnete. Es folgte Ex-Beachvolleyballer Julius Brink, der mit seinem Wiener Walzer Jurorin Motsi Mabuse fast zum Weinen brachte. Danach gab’s ein bisschen Wut und Trauer, als Kandidatin Sarah Lombardi die Tränen nach ihrer nicht ganz so guten Salsa kullern ließ, gefolgt von Leidenschaft, Stolz und Erhabenheit von Eric Stehfests Paso doble.

Es hätte so schön sein können. Wenn da nicht eine Sylvie Meis – mal wieder – wie eine emotionslose Dampfwalze einen der ergreifendsten Momente der Show platt planiert hätte.

Und dann – rumms!! – kommt die Meis

Es geschah nach dem zweiten Tanz von Julius Brink. Er hat mit seiner Partnerin Ekaterina Leonova gerade eine Mischung aus Rumba und Jive gezeigt, als Leonova von ihren Gefühlen übermannt wurde und zu weinen begann. Es war ein kurzer Moment, der jedoch tief blicken ließ: Hinter all dem Show-Brimborium stecken noch immer Menschen, die hart trainieren und jede Woche aufs Neue auf ein Weiterkommen hoffen.

Es war ein Moment der Ehrlichkeit und Offenheit. Und dann – rumms!! – kam die Meis und machte alles kaputt. „Ich versteh’ es jetzt nicht so richtig“, sagte sie fast schon patzig zur weinenden Profitänzerin. Julius Brink versuchte alles, um den Moment zu retten; er bat darum, die Sache später zu klären. Doch Sylvie Meis fiel nichts Besseres ein, als ihr Unvermögen lautstark wegzulachen. Schlimm. Schlimmer noch als die Showband-Live-Version von Adeles Hit „Hello“, mit dem sich Jana Pallaske – trotzdem – in die Herzen der Jury tanzte.

Julius Brink scheidet aus

So sehr sich Ekaterina Leonova auch gewünscht hat, sich mit „ihrem“ sympathischen und tollen Julius ins Halbfinale zu tanzen – es hat nichts genutzt. Der Ex-Profisportler ist ausgeschieden. Er war zwar der bessere Tänzer als Konkurrentin Sarah Lombardi, hatte auch mehr Jury-Punkte als die Ex-DSDS-Kandidatin, bekam am Ende aber nicht genug Zuschauer-Anrufe.

In der kommenden Woche tanzen also Sarah Lombardi, Schmuckstein-Spross Victoria Swarovski, Schauspielerin Jana Pallaske und GZSZ-Mime Eric Stehfest um den Einzug ins große Finale.

Eine Mitfavoritin auf den Titel hat auch in der Show am Freitagabend wieder für mächtig Wirbel gesorgt: Victoria Swarovski heimste nicht nur für ihren Quickstepp, sondern auch für ihren Mix aus Rumba und Cha-Cha-Cha 30 Jurypunkte ein. Schiere Sensation: Hätte er gedurft, hätte wohl selbst der überkritische Joachim Llambi noch mehr Punkte vergeben.

Die Nerven beginnen zu flattern

Wie auch schon in den vergangenen Shows mussten die Kandidaten auch dieses Mal wieder zwei Tänze zeigen. Premiere: Beim zweiten Tanz sollten sie dabei zwei Stile miteinander kombinieren. Grobe Schnitzer leistete sich niemand, zu wirklich harter Kritik ließ sich auch die Jury nicht hinreißen. Nur hier und da gab es kleine Mäkeleien, die eben bei Sarah Lombardi schwer auf die Tränendrüse drückten. Es geht aufs Finale zu, bei den ehrgeizigsten Kandidaten flattern wohl längst nicht mehr nur die bunten Showröckchen, sondern auch die Nerven.

Tränen anderer Art – hat eigentlich irgendjemand in dieser Show nicht geweint? – hatte Jana Pallaske in den Augen. Bei ihrer „Fusion“ aus Tango Argentino und Rumba ging es um es Abschied und Trauer, um eine große Liebe, von der sich die Schauspielerin nicht mehr habe verabschieden können, wie sie erzählte. Auch die Jury war ergriffen – 30 Punkte.

Eric Stehfest tanzt außer Takt

Leichte Schwächen zeigte dagegen auch dieses Mal wieder Eric Stehfest. Im Contemporary war der Schauspieler wie gewohnt unschlagbar. Aber da gibt’s ja noch diese verdammten Standard-Tänze, bei denen die Juroren penibel auch auf die kleinsten Fehler achten. Und außer Takt sei halt außer Takt, rechtfertigte sich Juror Joachim Llambi für seine Kritik. So etwas schlage sich eben in den Punkten nieder.

Sei es drum, das Rennen um den Einzug ins Finale ist eröffnet, die Karten sind neu gemischt. Das Halbfinale steigt am nächsten Freitag, das große Finale dann in der übernächsten Woche.