Vox-Show

The BossHoss kassieren bei „Sing meinen Song“ Sticheleien

The BossHoss standen am Abend bei „Sing meinen Song“ im Zentrum. Weder Gefühle noch Sticheleien warfen die Cowboys aus dem Sattel.

Alec Völkel (l.) und Sascha Vollmer von The BossHoss hörten mehr zu als dass sie in dieser Ausgabe von „Sing meinen Song“ selbst sangen.

Alec Völkel (l.) und Sascha Vollmer von The BossHoss hörten mehr zu als dass sie in dieser Ausgabe von „Sing meinen Song“ selbst sangen.

Foto: Markus Hertrich / Vox

Berlin.  Was werden wohl die anderen aus unseren Songs machen? Diese Frage stellten sich Alec Völkel und Sascha Vollmer von The BossHoss im Vorfeld zu „Sing meinen Song“ sicher nicht nur einmal. Am Dienstag hatte das Warten für die beiden ein Ende, denn in der dritten Folge der Vox-Show drehte sich alles um die Musik der rockenden Cowboys aus Berlin. „Es wäre eher enttäuschend, wenn es eine Eins-zu-Eins-Coverversion wäre“, sagte Alec vor den Dreharbeiten im Gespräch mit unserer Redaktion. Eins ist nun sicher: Enttäuscht wurden die Jungs nicht.

Die Teilnehmer des Tauschkonzerts, Nena, Wolfgang Niedecken, Samy Deluxe, Annett Louisan, Seven und Xavier Naidoo, hatten die Stücke der Band teilweise stark verändert – allen voran Samy Deluxe. Er griff tief in die Kiste des Rapper-Repertoires.

Den Anfang machte allerdings Nena. Sie wagte sich direkt an „Don‘t Gimme That“, den größten Hit der Jungs. Der Song ist für die Band etwas ganz Besonderes. 2011 gelang ihnen damit der Durchbruch. Er „hat die Geschichte von The BossHoss noch mal neu geschrieben“, resümierten die beiden Musiker, während sie auf dem Sofa in trauter Runde in Südafrika saßen. Nena hatte sich für ihren Auftritt Verstärkung mit auf die „Sing meinen Song“-Bühne geholt. Zusammen mit Tochter Larissa präsentierte sie eine Variante mit starkem Girls-Punk- und 60‘s-Einschlag – ein gelungener Auftakt.

Wolfgang Niedecken lieferte „Crash-Kurs in Sachen Kölsch“

Anschließend war BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken dran. „Vielleicht braucht ihr jetzt Untertitel“, warnte er die Cowboys schon mal vor – kein Wunder, vom Original war bis auf Melodie und Refrain nicht mehr viel übrig. Stattdessen hatte Niedecken einen neuen Text mit einer ganz eigenen Interpretation des Stücks geschrieben – komplett auf Kölsch. Die Stars des Tauschkonzerts waren begeistert. „Es hört sich besonders wertvoll an, wenn Wolfgang ein Lied von uns singt“, stellten Alec und Sascha nach dem „Crash-Kurs in Sachen Kölsch“ fest.

Der Dritte im Bunde war Samy Deluxe. Sascha Vollmer war sich schon vorher sicher: „Samy wird sich bestimmt etwas Abgefahrenes einfallen lassen…“ Und hatte recht: Der Rapper ging zusammen mit seinem Kumpel DJ Vito auf die Bühne und stellte erst einmal den Gangster-Rap-Beat vor, den er aus dem Gitarrenriff von „Shake & Shout“ gesampelt hatte. Falsche Zurückhaltung? Nicht bei Samy Deluxe. Und somit verwunderte es auch nicht, dass er den Song mit einer „kleinen, liebgemeinten Stichelei“ angegangen war, wie er verkündete. In der Rap-Musik werden solchen Sticheleien auch „Diss“ genannt. Mit dem ursprünglichen „Shake & Shout“ hatte es dann auch tatsächlich wenig zu tun. Den Text hatte Samy völlig verändert und richtete sich in den neuen Zeilen stattdessen lieber direkt mit der Frage „Jungs, worüber redet ihr?“ an The BossHoss. Damit aber nicht genug: Noch ein paar weitere Sticheleien konnte er sich nicht verkneifen und rappte den Country-Rockern ein „BossHoss, eine Frage: Ist Scooter euer Ghostwriter?“ entgegen. Leichte Irritationen blieben da nicht aus. „Das fand ich nicht so geil“, urteilte Alec anschließend über den Diss. Wirklich gewundert haben, sollten sich The BossHoss über den rauen Ton des Rappers aber dennoch nicht. Schon vor der Reise hatten sie prophezeit, dass Samy „sicher das Maul aufmachen“ wird. Aber letztendlich alles halb so schlimm – Samy stimmte nach seinem Auftritt versöhnliche Töne an und appellierte an den Humor der Jungs. Sein Diss sei schließlich mit einem Augenzwinkern zu sehen.

Annett Louisan sorgte für Gänsehaut

Sanfte Töne schlug hingegen Annett Louisan an. Sie sang das Liebeslied „Close“ mit besonders viel Gefühl und sorgte damit für Gänsehaut. Selbst die harten Cowboys wirkten gerührt. „Wenn noch eine Strophe gekommen wäre, hätte man vielleicht noch eine Träne rinnen sehen“, musste Sascha anschließend zugeben.

Seven verwandelte danach den Song „Sex On Legs“ in eine Soul-Nummer und brachte Alec und Sascha vor allem mit seinem „Gesichts-Fasching“ zum Schmunzeln. Begeistert waren sie von seiner Version trotzdem. „Auch den Song können wir jetzt nie wieder spielen“, sagten die Jungs voller Respekt und genehmigten sich darauf erst einmal einen Gin-Tonic. Xavier Naidoo sorgte dann noch mit „Go! Go! Go!“ für ein würdiges Finale des Abends.

Beeindruckt waren Alec und Sascha von allen Versionen, nannten sie abgefahren und kreativ. Blumen als Zeichen der besonderen Anerkennung bekamen letztendlich aber nur die Damen in der Runde: Annett Louisan und Nena.

Am kommenden Dienstag, 3. Mai, dreht sich beim Tauschkonzert alles um die Songs von Samy Deluxe.