VOX-Show

„Sing meinen Song“: Deutsch ist für BossHoss große Hürde

Die Show „Sing meinen Song“ geht in eine neue Runde. Auf die Musiker wartet eine spannende Zeit – mit sprachlichen Herausforderungen.

„Sing meinen Song“ startet am 12. April im TV. Dieses Jahr sind auch Alec Völkel und Sascha Vollmer von The BossHoss mit dabei.

„Sing meinen Song“ startet am 12. April im TV. Dieses Jahr sind auch Alec Völkel und Sascha Vollmer von The BossHoss mit dabei.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Berlin.  2016 lädt Xavier Naidoo wieder Stars zum Musizieren ein. Zusammen mit Sängerin Nena, Rapper Samy Deluxe, den beiden Jungs von The BossHoss, Wolfgang Niedecken von BAP, dem Schweizer Seven sowie Annett Louisan reist Naidoo für die Vox-Sendung „Sing meinen Song“ für zehn Tage nach Südafrika. Dort werden die Stars Versionen der Lieder der jeweils anderen Künstler zum Besten geben – vor laufender Kamera.

So unterschiedlich wie in diesem Jahr waren die Teilnehmer selten. Zum ersten Mal ist mit Samy Deluxe ein Rapper dabei. Ob er allerdings auch jedem Song seinen Hip-Hop-Stempel aufdrücken wird? Das muss nicht zwangsweise sein, denn Samy Deluxe kann auch singen. Er sei einfach der „beste Rapper unter allen Sängern“, attestierte Xavier Naidoo bei der Pressekonferenz zu „Sing meinen Song“ in Berlin. Damit hat Samy Deluxe einen klaren Vorteil: Er muss aus den Stücken keinen Rap kreieren – er kann es aber.

Generell müssen sich die Musiker bei „Sing meinen Song“ mitunter völlig neuen Herausforderungen stellen. Für Alec Völkel und Sascha Vollmer von The BossHoss heißt das: Singen in ihrer Muttersprache. „Das Deutsche fühlt sich für uns wirklich extrem fremd und sehr ungewohnt an“, sagt Völkel im Gespräch mit unserer Redaktion. Ähnliche Probleme hat auch Wolfgang Niedecken, denn er müsse jetzt ja ebenfalls „plötzlich hochdeutsch singen“.

„Man lernt immer dazu“

Die Songs einfach zu übersetzen, kommt für die Country-Rocker von The BossHoss nicht infrage. „Wenn wir sie komplett ins Englische übersetzt hätten, wären völlig neue Songs dabei herausgekommen. Dadurch hätte man sie nicht mehr erkannt“, erklärt Vollmer. Das Deutsche wollen sie „einfach mal ausprobieren“. Und Völkel fügt hinzu: „inzwischen finden wir es sogar richtig gut“.

Annett Louisan fürchtet sich ebenfalls vor einer ungewohnten Sprache – in ihrem Fall Englisch. Das sei aber auch eine Chance. „In einer anderen Sprache merkt man, dass man seine Stimme noch ganz anders einsetzen kann“, sagt die Sängerin. Schwierig ist für sie zudem, aus einem Hit, der sich über Jahre im Kopf festgesetzt hat, eine neue Version zu kreieren. Vor allem das Repertoire von Nena wird somit zu einer Herausforderung.

Mit dem Wort Herausforderung kann Nena indes wenig anfangen. „Es ist ein riesiges Projekt, das ich achtsam und mit Respekt angehe“, freut sie sich auf das Format. „Das schüttele ich mir auch nicht aus dem Ärmel, nur weil ich neben Wolfgang diejenige mit der meisten Bühnenerfahrung bin. Das Leben ist für mich nie fertig, so lange ich da bin. Man lernt immer dazu.“

Keine Überschneidungen bei Songauswahl

Zehn Tage wird die „Sing meinen Song“-Reise dauern. Doch das Projekt begann für die Musiker schon viel früher. Seit dem Herbst feilen die Teilnehmer an Songauswahl und Neuinterpretation. „Es gab von jedem Künstler eine Liste mit Songs, die zur Auswahl standen. In die haben wir hineingehört und recht schnell einen gemeinsamen Nenner gefunden“, erläutert BossHoss-Sänger Völkel das Vorgehen.

Nena musste sich hingegen mit einem Interpreten ganz besonders intensiv befassen. „Bei Wolfgang und BAP habe ich mich schon ein bisschen reingehört. Seine Songs hat man natürlich schon seit einer Ewigkeit im Ohr, aber um einen davon selber zu interpretieren, muss man noch mal tiefer eintauchen und die eigene Wahrheit des Songs finden“, verrät sie. „Bei Samy wusste ich allerdings sofort, was ich nehmen werde, und bei Annett und BossHoss ging es auch sehr schnell.“ Zu Überschneidungen bei der Auswahl der Lieder kam es überraschenderweise nicht.

Mit der „Sing meinen Song“-Band probten die Künstler bereits im Winter. In Südafrika steht dann der letzte Feinschliff und vor allem das Präsentieren der Coverversionen an. Auf die Reaktionen der Mitstreiter sind die Musiker gespannt. Während in den vergangenen Jahren immer wieder Tränen der Rührung flossen, rechnen The BossHoss dieses Mal eher mit klaren Worten. „Ich kann mir vorstellen, dass mehr Kante gezeigt wird als in der letzten Staffeln“, prognostizierte Vollmer. „Samy wird sicher das Maul aufmachen, wenn ihm etwas nicht gefällt. Und so ein alter Haudegen wie Wolfgang Niedecken, der wird schon wissen, was er gut findet – und Xavier sowieso.“

Am 12. April startet die dritte Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ um 20.15 Uhr bei Vox.