RTL-Liveshow

Thomas Gottschalk sitzt nach einem Unfall im Rollstuhl

Nach einem Sturz in Jerusalem sitzt Thomas Gottschalk im Rollstuhl. Und wird von Günther Jauch durch die nächste RTL-Sendung geschoben.

Von Oliver Stöwing
Muss erstmal die Füße hochlegen: Moderator und Entertainer Thomas Gottschalk, hier bei einer Preisverleihung im November 2015.

Muss erstmal die Füße hochlegen: Moderator und Entertainer Thomas Gottschalk, hier bei einer Preisverleihung im November 2015.

Foto: Sven Hoppe / dpa

Köln.  Entertainer Thomas Gottschalk wird die nächste RTL-Sendung „Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen alle“ am Freitagabend im Rollstuhl bestreiten müssen. Der 65-Jährige verletzte sich am Faschingsdienstag bei einem Besuch in Jerusalem, wie „Bild“ am Freitag berichtet. Demnach stürzte er auf der Straße und verletzte sich am Knie. „Das Straßenpflaster in Jerusalem ist nach 3000 Jahren ziemlich ausgelatscht. Ich bin ja nicht der Erste, der auf heiligem Boden ins Straucheln geriet. Insofern nehme ich den Schmerz in Demut auf mich“, sagte Gottschalk zu „Bild.“ Der Moderator kehrte laut Bericht umgehend nach Deutschland zurück und wurde in Tübingen an der Quadrizeps-Sehne operiert.

Am Freitagabend wird ihn Günther Jauch (59) durch die RTL-Sendung „Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen alle“ (moderiert von Barbara Schöneberger) schieben. „Schließlich sind wir ziemlich beste Freunde – und Nachtschwester Barbara Schöneberger hat mein vollstes Vertrauen!“, sagte Gottschalk zu „Bild“.

Als „Die 2“ lassen Gottschalk und Jauch regelmäßig alle anderen in der RTL-Spielshowarena ganz schön alt aussehen. „Alle“, das sind auch diesmal 500 Zuschauer, die das Team Gottschalk/Jauch herausfordern. Bei Quizfragen, Aktionen und Spielen müssen die vitalen Herren Wissen, Fingerspitzengefühl und Körperbeherrschung beweisen. Bei jeder Frage raten alle 500 Kandidaten mit.

Eine Verkäuferin schlug die Ratefüchse

Das geballte Entertainerwissen ist dabei der Schwarmintelligenz meist überlegen. „Das ist natürlich Zufall und manchmal regelrecht ärgerlich, weil wir ja die Sendung nicht machen, um zu gewinnen, sondern aus Spaß am Spiel“, sagt Thomas Gottschalk dieser Zeitung. „Der Günther ist da etwas ehrgeiziger als ich. Und manchmal haben es die Kandidaten wirklich selber versemmelt.“ Ist Jauch nur ehrgeiziger oder auch schlauer? „Ich bin der Einstein der Sendung, das sieht man doch an meiner Frisur“, sagt Gottschalk. „Vor allem bei Fragen zum Showbereich ist der Günther völlig blank. Dafür bin ich sofort draußen, wenn es ums Rechnen geht.“

In den bisherigen elf Shows ist es erst einer Kandidatin aus dem Publikum gelungen, die beiden Ratefüchse zu schlagen und die 100.000 Euro Preisgeld zu erspielen. 2014 setzte sich Supermarktverkäuferin Anja Beyer-Friedrich aus Barßel (Niedersachsen) durch. „Man muss ruhig bleiben und alles andere völlig ausblenden“, so ihr Rat an zukünftige Gewinner. Immer aber teilten Jauch und Gottschalk mit dem unterlegenen Studiofinalisten und spendeten den Rest. Ab der heutigen Sendung, so verrät Gottschalk, bleibt der Gewinn, sollte er wieder nicht an einen Zuschauer gehen, im Jackpot. Boxer Marco Huck und Ex-Fußballer Thorsten Legat werden die Kandidaten unterstützen. Wie sich Superhirn Gottschalk auf den Abend mit seinen geistigen und körperlichen Anstrengungen vorbereitet? „Ich mache leichtes Lauftraining und lasse drei Tage vor der Show die Pommes weg. Zum Geistestraining löse ich vorher oft das Kreuzworträtsel in der ‚Superillu‘.“

Gottschalk: „Günther und ich gehören zur Familie“

Moderatoren, die sich von Zuschauern oder Gästen herausfordern lassen – dieses Konzept machte Stefan Raab groß, seine „hippen“ Erben wie Joko und Klaas führen es weiter. Warum mischen auch Gottschalk und Jauch auf ihre reifen Tage in diesem Markt mit? Und dann noch mit Erfolg (4,4 Mio. Zuschauer)? Gottschalk: „Bei allem Verständnis für die Forderung nach ‚unverbrauchten Gesichtern‘ sollte man die positive Kraft von ‚vertrauten Gesichtern‘ nicht unterschätzen. Günther und ich gehören inzwischen zur Familie.“ Die Zuschauer hätten sich verliebt, geheiratet, Kinder gekriegt, sich scheiden lassen, die Kinder seien erwachsen geworden und hätten selber Kinder. „Und immer, wenn sie früher das Radio oder später den Fernseher angemacht haben, waren Günther und ich irgendwie da. Freunde fürs Leben, Fels in der Fernsehbrandung.“ Da dürfte auch das Rollstuhl-Handicap nicht schaden.

RTL, 20.15 Uhr (bnb)