Das ZDF wollte offenbar einen Beitrag der Sendung „Aktenzeichen XY“ zurückstellen, weil der Täter, eine schwarze Hautfabe hat.
Einem Bericht der „RuhrNachrichten“ zufolge sollte nach dem Mann wegen einer Vergewaltigung vom 29. März 2014 gesucht werden. Aber: „Wir wollen kein Öl ins Feuer gießen und keine schlechte Stimmung befördern. Das haben diese Menschen nicht verdient“, sagte „Aktenzeichen XY“-Chefredakteurin Ina-Maria Reize-Wildemann dem Blatt. Gemeint sind Flüchtlinge, gegen die im Internet immer wieder rechte Kommentare auftauchen und auf deren Unterkünfte Anschläge verübt werden.
Zuletzt hatte beispielsweise eine Gruppe versucht, eine Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Marzahn anzuzünden.
Geplant war der Beitrag für den 2. September. Das wäre laut Reize-Wildemann ein „schlechter Zeitpunkt“ gewesen. Man hätte so eine ohnehin schon vorhandene „schlechte Stimmung“ gegenüber Asylbewerbern befördern können, wie es in dem Bericht weiter heißt. Der Beitrag werde voraussichtlich im Dezember 2015 oder Anfang 2016 gesendet.
Nicht einverstanden mit der Entscheidung ist offenbar die Dortmunder Kriminalpolizei, die die Vergewaltigung untersucht. Dort wolle man zwar nicht einen Entscheidungsprozess in einer Redaktion beeinflussen. Aber man finde es sehr bedauerlich, „dass die weitere Aufklärung des Falles nicht möglich erscheint“.
Inzwischen ruderte das ZDF aber zurück. In einer offiziellen Stellungnahme des Senders heißt es: „Die Fahndung im zusammenhang mit einer Vergewaltigung im März 2014 in Dortmund wird wie geplant in der nächsten Ausgabe von Aktenzeichen XY am 2. September behandelt.
Die Auswahl der Fälle erfolgt durch Redaktion und Produzent in enger Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei nach der Relevanz der Fälle, ihrer Dringlichkeit und dem jeweils aktuellen Ermittlungsstand. Die Hautfarbe oder andere Persönlichkeitsmerkmale eines mutmaßlichen Täters spielen dabei keine Rolle.“
BM



