Der ehemalige Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Udo Reiter, ist tot. Er sei am Freitagvormittag erschossen auf der Terrasse seines Hauses in Gottscheina bei Leipzig gefunden worden, sagte ein Sprecher der Polizei in Leipzig. Nach ersten Ermittlungen seien ein Suizid ebenso wie Fremdverschulden nicht ausgeschlossen.

Reiter war Mitbegründer des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und von 1991 bis 2011 dessen Intendant. Seit einem Autounfall am 5. Dezember 1966 war der gebürtige Lindauer an den Rollstuhl gefesselt.

Reiter hatte immer wieder für ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben plädiert. „Ich möchte ganz allein entscheiden, wann es so weit ist und ich nicht mehr will“, schrieb er im Januar 2014 in einem Gastbeitrag für die „Süddeutsche Zeitung“.

Laut „Bild“ sei eine Waffe in der Nähe des Leichnams gefunden worden.

Der Mitteldeutsche Rundfunk MDR reagierte mit mit Bestürzung auf den Tod seines Gründungsintendanten. „Die deutsche Medienlandschaft, wie wir sie heute kennen, verliert mit Udo Reiter einen ihrer Gründungsväter, der MDR einen Kollegen und väterlichen Freund“, sagte MDR-Intendantin Karola Wille in Leipzig.

In den Tagen nach der friedlichen Revolution sei er einer der großen Gestalter einer neuen demokratischen Mediengesellschaft im wiedervereinigten Deutschland gewesen. „Ein Visionär, der mit Kraft, Überzeugung und politischem Geschick den gerade erst formierten neuen politischen Strukturen in den neuen Bundesländern eine publizistische Stimme gegeben hat“, betonte Wille.

BM