ZDF-Sommerfest

Geplant ist geplant – ZDF-Sommerfest im Hamburger Bahnhof

Die Feste feiern, wie sie fallen: Vor wenigen Tagen hat ein Manipulationsskandal den Veranstalter erschüttert. Jetzt feiert das ZDF das Sommerfest. Nicht alle Gäste verkniffen sich einen Kommentar.

Foto: Amin Akhtar

Die Feste feiern, wie sie fallen. Auch, wenn ein paar Tage zuvor ein Skandal den Veranstalter erschüttert. Seit Freitag ist bekannt, dass die Liste der „besten Deutschen“, zwei von Johannes B. Kerner moderierte Abendshows im ZDF, manipuliert worden ist. Weder konnten die Zuschauer das Ergebnis per Abstimmung beeinflussen, wie versprochen, noch sind die Stimmen der „Hörzu“-Leser gezählt worden. Darüber hinaus soll die Redaktion das Ergebnis zusätzlich verfälscht haben. Hilft alles nicht. ZDF-Intendant Thomas Bellut hatte zum traditionellen Sommertreff des Senders geladen. "Wir wollen uns jetzt vergnügen - denn dazu ist ein Sommerfest da", begrüßte er am Montagabend seine Gäste vor dem Hamburger Bahnhof.

Und obwohl sich die meisten der Besucher einig waren, dass "das WM-Finale alle andere Themen überlagern" wird, wie RBB-Intendantin Dagmar Reim sowie Schauspieler Dominic Raacke ("Natürlich ist die WM Hauptthema heute Abend") bekräftigten, bewegte der Skandal neben Gästen wie Regina Ziegler mit Wolf Gremm, Cateringverantwortliche Sarah Wiener, Preußenstiftungs-Chef Hermann Parzinger, Peter Lustig mit Frau Astrid, die Schauspieler Frank Kessler und Hans-Werner Meyer dennoch einige. "Das Thema hört das ZDF natürlich nicht gern - aber erst böse Kommentare zum ADAC-Skandal senden und dann selber so arbeiten geht gar nicht", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit.

"Bei all dem stellt sich die Frage, ob das Zweite noch das Zweite ist", fragte sich Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast, "das ZDF muss jetzt intern aufräumen." Ex-DGB-Chef Michael Sommer kündigte gar an: "Das geht nicht - und wir werden das noch besprechen." Nur nicht heute Abend, da zeigte er sich mit den Schauspielerinnen Eva Habermann ("Problemthemen gehören nicht auf Feste") und Gesine Cukrowski ("Heute Abend muss man sich einfach mal freuen") einig.

Sowie mit US-Botschafter John B. Emerson, der nach einer auftrittsreichen Woche auf der Fashion Week mit Frau Kimberly auch zum ZDF gekommen war - und selbst gerade genug Anlass zur Beschäftigung mit heiklen Interna hätte. "Über das, was mich gerade bewegt, können wir leider nicht sprechen", sagte er mit charmantem Lächeln. "Und Berlin mit all seinen Events und seiner Kultur werden wir weiter unterstützen." Zur Unterstützung des für das ZDF dankbareren Hauptthemas war Thomas Hitzlsperger gekommen. Der einen Einspieler der 113. Minute des WM-Finales mitbrachte - und die Gäste wieder auf für den Sender günstigere Themen des Abends brachte.

Den endgültigen Themenschwerpunkt setzte schließlich die Bundeskanzlerin, die unangekündigt gegen 22 Uhr erschien. „Toll war es“, sagte Angela Merkel über ihren Besuch des WM-Finales 24 Stunden zuvor, „und nun bin ich hier zum Feiern des Festes“.