„Nach 16 Jahren heißt es für mich Abschied nehmen“, sagt Schauspielerin Manuela Wisbeck in einem Video auf ihrem persönlichen Instagram-Account. In der ZDF-Vorabendserie „Notruf Hafenkante“ spielt sie die Krankenschwester Frauke Prinz. Bis jetzt. Denn Wisbeck dreht nach eigenen Angaben nur noch bis Juli dieses Jahres.
„Ich war immer die gute Seele bei Notruf Hafenkante“, sagt sie. Rund eineinhalb Jahre sei sie aufgrund der Vorproduktion noch auf dem Bildschirm zu sehen. Danach gehöre ihre Rolle der Vergangenheit an.
Notruf Hafenkante: Schauspielerin Wisbeck überraschend aus Serie geschrieben
Anfang Mai habe Wisbeck einen Anruf von der Produktion bekommen. Als Grund für das Aus seien ökonomische Gründe genannt worden. Die Rolle von Krankenschwester Prinz sei auserzählt. Ohnehin sei es nur eine Randfigur in der Serie gewesen. „Ich war tatsächlich geschockt“, so Wisbeck. Sie selbst habe die Nachricht so hingenommen – empfinde ihre Rolle aber keinesfalls als Randfigur. „Aber so ist es. Sie haben entschieden“, betont die Schauspielerin.
In der Branche müsse man immer damit rechnen, dass Rollen enden. Schauspieler seien austauschbar. Obwohl für Wisbeck nun ein Auftrag endet, versucht die Schauspielerin, positiv in die Zukunft zu blicken. „Notruf Hafenkante wird immer einen Platz in meinem Herzen haben. Jetzt muss das Leben aber weitergehen.“
Das Online-Portal „Ruhr24“ hatte aufgrund der Neuigkeiten eine Anfrage beim ZDF gestellt. Dort hieß es, dass es manchmal dazu gehöre, sich von liebgewonnenen Figuren zu verabschieden. „So wie in diesem Fall von Frauke Prinz, verkörpert von Manuela Wisbeck.“ Das sei nötig, um einer Serie immer wieder neue erzählerische Impulse zu geben und das Format zeitgemäß weiterzuentwickeln.
Eine Bestätigung, dass die Rolle aus „ökonomischen Gründen“ gestrichen wurde – wie Wisbeck sagt –, gab es vom ZDF nicht. Auch wie sich Krankenschwester Frauke Prinz aus der Serie verabschiedet, wollte das ZDF noch nicht verraten. Fest stehe aber: Es wird keinen Ersatz für die Rolle geben.
Sparmaßnahmen sorgen für Drehpausen bei „Tatort“ und „Polizeiruf 110“
Die Veränderung bei „Notruf Hafenkante“ reiht sich ein in eine Reihe von Programmveränderungen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ZDF und ARD. Zuletzt teilte etwa der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) mit, dass für den „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ aus Dresden und Magdeburg drei Jahre lang keine neuen Produktionen anstehen.
Gesendet wird erst einmal das, was bereits abgedreht ist oder was wiederholt werden kann. Der MDR-Intendant Ralf Ludwig hatte diesen Schritt mit der ausgebliebenen Erhöhung des Rundfunkbeitrags begründet. Einige Monate zuvor war bereits das Aus für den „Polizeiruf 110“ aus Halle angekündigt worden. „Die Realität lässt uns keine andere Wahl“, so Ludwig. Neben den Veränderungen im Fernsehprogramm gibt es beim MDR weitere Kürzungen – unter anderem bei Radiowellen und Podcastformaten.
Auch beim Südwestrundfunk (SWR) wurde Anfang des Jahres eine große Veränderung angekündigt. Die Live-Show „Immer wieder sonntags“ wird ab Sommer nach über 30 Jahren eingestellt. Auch hier hieß es, dass die wirtschaftliche Situation des Senders keine andere Wahl lasse. Beim selben Sender endet auch „Die Beatrice-Egli-Show“. Wie die „Bild“ berichtet, zahle auch dieses Ende auf den „harten Sparkurs ein“. Offiziell heißt es, dass die Show ende, weil die Schlagersängerin auf Tour geht.



