• Das TV-Programm zu Ostern wird bedacht zusammengestellt
  • Es gelten strenge Regeln
  • Wir erklären Ihnen, was hinter „stillen Feiertagen“ steckt

Karfreitag ist kein Tag wie jeder andere – das zeigt sich auch im Fernsehprogramm. Jahr für Jahr fallen beliebte Shows wie „Let's Dance“ (RTL) oder die „heute-show“ (ZDF) aus. Der Grund: Strenge gesetzliche Vorgaben für stille Feiertage. Doch was steckt hinter dem TV-Verbot an Karfreitag? Wir erklären, warum bestimmte Sendungen nicht ausgestrahlt werden dürfen.

TV-Shows müssen ausfallen: Karfreitag als stiller Feiertag

Vieles, was zu einem normalen Freitag gehört, findet an Karfreitag nicht statt. Der Grund: Der letzte Freitag vor Ostern ist ein sogenannter "stiller Feiertag". An ihm gelten besondere Regeln, die verhindern sollen, dass Gläubige gestört werden. Ähnlich ist das auch an Allerheiligen. Still können aber auch weltliche Feiertage wie der Totensonntag sein.

Die Sonderregelungen an Karfreitag treffen unter anderem das Nachtleben, diverse Freizeitangebote und Sport-Events. Am "stillen Feiertag" gilt ein strenges Tanzverbot, das auch die Durchführung der Live-Show "Let's Dance" unmöglich macht. Statt einer neuen Folge zeigt RTL einen Zusammenschnitt mit Highlights der beliebtesten Stars aus den vergangenen Staffeln.

Die "heute-show" fällt sogar ganz aus. Dort wird zwar nicht getanzt – dennoch gilt das Format als für einen "stillen Feiertag" nicht angemessen.

Oliver Welke, Moderator der ZDF-Satiresendung „Heute Show“.
Oliver Welke, Moderator der ZDF-Satiresendung „Heute Show“.© dpa | Sascha Baumann

Karfreitag: Mehr als 700 Filme am "stillen Feiertag" verboten

Doch nicht nur das: Mehr als 700 Filme dürfen laut Bestimmungen der Organisation Freiwillige Selbstkontrolle in der Filmwirtschaft (FSK) an Karfreitag nicht im TV gezeigt werden, weil durch sie "eine Verletzung des religiösen und sittlichen Empfindens zu befürchten ist". Zu den "verbotenen" Filmen gehören:

  • Das Leben des Brian (1980)
  • Friedhof der Kuscheltiere (1989)
  • Ghostbusters (1990)
  • Jackass – The Movie (2003)
  • A Nightmare on Elm Street (2010)

Seit Langem wird in Deutschland darüber diskutiert, ob diese Regelungen in einem säkularen Staat angemessen und zeitgemäß sind. Bisher sind sie jedoch noch gültig und fallen je nach Bundesland unterschiedlich streng aus. (fmg)