Zugegeben, das ist schon ein sehr merkwürdiger Film aus dem Land des schweigenden Männerkinos, der da poppig-bunt durch drei Mädels-Herzen driftet.

Nicht nur, dass die drei finnischen Freundinnen Rönkkö (Eleonoora Kauhanen), Emma (Linnea Leino) und Mimmi (Aamu Milonoff) auf der Suche nach Sex stets die Geographie des weiblichen Körpers durchsprechen und durchfingern, als gäbe es im hohen Norden nur triebgesteuerte Teenager, die es auf der Flucht aus der Dunkelheit in quietschebunten Partyhöllen samt Laserpistolenspielen und Quickie im Badezimmer landen.

„Girls Girls Girls“: Liebe in Unterwäsche

Nein, so offen-provokant Regisseurin Alli Haapasalo mit „Girls, Girls, Girls“ ihren drei Protagonistinnen eine nicht-jugendfreie Sprache in den Mund legt, so bieder gibt sie sich in den Liebesszenen, als wären wir mitten im prüden US-Teeniefilm der 70er-Jahre gelandet: Geliebt wird ausschließlich mit Decke über nackter Brust oder gleich komplett in Unterwäsche.

Da soll es wohl um die Angst vor Nähe und Berührung gehen, nimmt dem Film aber jede Sinnlichkeit, die seine Protagonistinnen so hemmungslos einfordern. Denn sie stehen ja alle so unter Druck: auf der Suche nach dem ersten Koitus, für den Ausgleich des instabilen Hormonspiegels oder den sehnsüchtig erwarteten Erfolg im Leistungssport.

„Girls Girls Girls“: Doppeldeutige Dialoge in der Smoothie-Bar

Zum Abbau all dessen gibt es dann ach so doppeldeutige Dialoge in der Smoothie-Bar zu Banane und Mango („It takes two to Mango“), ein bisschen Küchenphilosophie (Sehnsucht nach der abwesenden Mutter), belanglosen, meist koitusfreien Sex und viel, häufig nicht-jugendfreies Geschwafel. Fazit: Bitte wieder die schweigsamen Männer aus Finnland!