Urlaubszeit, Auszeit, Nachdenkzeit: Sam (Sonny Coops van Utteren) hat sich im Sandstrand der niederländischen Ferieninsel Terschelling ein Loch gegraben, um da unten schon einmal das Sterben zu üben. Zu dumm nur, dass sein älterer Bruder Jorre (Julian Ras) darüber stolpert und sich das Bein bricht. Auf dem Weg zum Arzt lernt der zehnjährige Sam die gleichaltrige Tess (Josephine Arendsen) kennen – und es startet „Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess“.

Regisseur Steven Wouteland hat das gleichnamige Kinderbuch von Anna Woltz mit starken Darstellern und dem richtigen Mix aus unbeschwerter Ferienfröhlichkeit und ernsthaftem Kinderkummer inszeniert. Schließlich verhandeln Tess und Sam auf ihren Picknick- und Radtouren durch die Dünen so tiefgreifende Themen wie die Suche nach dem wahren Vater, erste Liebe und den Tod.

Der Film nimmt seine Figuren ernst

Auf diesen will sich Sam schon jetzt vorbereiten, weswegen er mit einem Zelt aus Holzlatten und einer Plastiktüte als Fahne am Strand täglich ein Alleinheitstraining durchführt – wovon ihn allerdings stets die quirlige Tess mit ihren überraschenden Ideen abbringt.

Fröhliche Salsa-Klänge aus dem Off und die sonnigen Bilder fangen dabei die durchaus schweren Themen auf. Der Film nimmt seine Figuren ernst, gönnt ihnen aber den Zauber eines unbeschwerten Urlaubs und sorgt zusammen mit skurrilen Nebenfiguren und abwechslungsreicher Handlung für einen entspannten Kino-Spaß.

Eberhard von Elterlein