Scrat ist hier ein Schwein. Der steinzeitliche Nager hat es ja mit seiner verzweifelten Nusssuche zur Kult-Figur in den „Ice Age“-Filmen geschafft, und in dem chinesischen Pendant „Die Boonies“ jagt nun ein kleines Schwein als Running Gag statt einer Nuss eine Blume.

Womit wir schon gleich beim Unterschied der beiden Steinzeit-Animationsfilme wären. Die auf chinesischen Cartoon-Shows basierende Kino-Verfilmung setzt auf Poesie. So werden die Hauptfiguren – die Bärenbrüder Briar und Bramble und der skurrile Vick – durch eine Wolke blauer Schmetterlinge aus der Gegenwart in die Steinzeit entführt.

Das Smartphone macht die Gäste zu Göttern

Hier warten nicht nur Riesenschildkröten mit Rubinpanzer, Säbelzahntiger und der Riesenvogel Duma auf die Zeitreisenden, sondern auch hungrige Höhlenmenschen und die kleine Wölfin Feifei.

Die einen würden die Eindringlinge gerne in ihrem Kochtopf sehen, die Wölfin gerne den tapferen Briar als Freund, da sie von ihrem Rudel verstoßen wurde und deshalb auf der Suche nach der Tapferkeitsfrucht ist.

Es geht um Missverständnisse zwischen Steinzeit und Moderne (ausgerechnet das Smartphone macht die Gäste zu Göttern), um Freundschaft, Mut (vor allem zur eigenen Schwäche) und um viel Tempo in diesem mit seinen Standbildern, Zeitsprüngen und seinen Handlungswendungen durchaus gewöhnungsbedürftigen Kinderfilm, der aber mit viel Poesie die Herzen gewinnt.

E.v.Elterlein