Da ist gleich zu Beginn dieses Summen in der Sprechanlage, das Technik-Freak Mike Lazaridis (Jay Baruchel) wahnsinnig stört, als er mit seinem nerdigen Kumpel Doug (Matt Johnson) den eiskalten Manager Jim Balsillie (Glenn Howerton) von seiner neusten Innovation überzeugen will.
Einem Computer IN einem Telefon MIT Tastatur (!). Dieses Summen wird am Ende wieder auftauchen, und ist damit eine wunderbare Klammer in „BlackBerry“ über Aufstieg und Fall des kanadischen Smartphoneherstellers, basierend auf dem Sachbuch „Losing the Signal“.
„BlackBerry“: Filmabende und Filmzitate
Es ist also eine wahre Geschichte, die Regisseur und Darsteller Matt Johnson hier fiktionalisiert hat, und das sieht man dem Zweistünder durchaus an. Blasse Farben und eine agile Handkamera führen uns fast dokumentarisch in den Alltag der Computer-Nerds von Research in Motion im vielsagenden Ort Waterloo in Kanada, die in den Neunzigern am besten Handy der Welt arbeiten – aber sich ihren Spaß bei Filmabenden und mit vielen Filmzitaten gespickten Dialogen im Fachsimpeln über Modems und Module nicht nehmen lassen wollen.
Fehlt eben nur das richtige Marketing, womit der wirklich ekelhafte Jim Balsillie seinen großen Auftritt hat. Der Brutalo-Manager mit der Halbglatze krempelt das Unternehmen um, wirbt mit illegalen Methoden die besten Ingenieure von Google & Co. ab und trimmt so den BlackBerry zum weltweiten Erfolg, als das Smartphone mit dem unverkennbaren Klicken weltweit einen Marktanteil von 40 Prozent schaffte.
„BlackBerry“: Auftritt Steve Jobs
Da die Nerds aber alle große Puristen sind und etwa nicht in China produzieren wollen, während der windige Jim auf seinen Höhenflügen im Privatjet sich in die Nationale Eishockeyliga NHL einkaufen, kommt der Absturz spätestens 2007 mit dem iPhone von Apple, dessen Präsentation durch den unvergessenen Steve Jobs die BlackBerries mit großem Erstaunen folgen.
Die Liebe, mit denen Matt Johnson seine Technik-Freaks an Idealen festhalten lässt, sowie der nostalgische 90-er-Jahre-Look nimmt auch jene Zuschauer ein, die sich nicht auf dem Smartphone-Markt auskennen. Technik-Nerds aber werden ihre Freude haben – und sich auch über das Summen ärgern.
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Termine: 18.2., 9.30 Uhr, Zoo-Palast; 19.2., 18 Uhr, Verti Music Hall; 20.2., 13 Uhr, Cineplex Titania; 23.2., 21.30 Uhr, Haus der Berliner Festspiele


