Berlinale

Morgenpost-Leserpreis geht an „Fuocoammare“

Die Leserjury hat sich festgelegt: Ihr Festivalfavorit der Dokumentarfilm „Fuocoammare“ über Einheimische und Flüchtlinge auf Lampedusa.

Szene aus „Fuocoammare“ von Gianfranco Rossi mit Samuele Pucillo

Szene aus „Fuocoammare“ von Gianfranco Rossi mit Samuele Pucillo

Foto: Berlinale / dpa

Am Ende war plötzlich noch mal alles kurz offen. Der letzte Film im Wettbewerb, der iranische Beitrag „A Dragon Arrives!“, lief erst am Freitagnachmittag und hat die Leserjury der Berliner Morgenpost enorm beeindruckt. Dann war nur noch wenig Zeit, um sich auf einen Kandidaten zu einigen. Die zwölf Geschworenen stimmen ja über den Publikumsfavoriten im Wettbewerb ab. Am Ende gab es dann aber doch einen klaren Kandidaten.

Der diesjährige Leserpreis geht an „Fuocoammare“, Gianfranco Rosis Dokumentarfilm über die Insel Lampedusa, der eigentlich eine Doppeldokumentation ist. Weil sie zum einen Menschen beobachtet, die auf der Insel leben und hier ihre Heimat haben, und zum anderen Flüchtlinge, die ihre Heimat verloren haben und auf ihrem Weg von Afrika nach Europa auf exakt diesem Eiland landen. Es ist ein manchmal komischer, manchmal auch poetischer Film. Er hat aber auch ganz harte Momente, wenn die Kamera mit an Bord eines Schlepperbootes geht und dort unter Deck auf zahlreiche Leichen stößt.

„Fuocoammare“ hat bereits vor einer Woche seine Weltpremiere erlebt und stand seither in allen Kritikerspiegeln und Bärometern an oberer Stelle. An diesem Film wird vermutlich auch die Internationale Jury mit ihren Bären nicht vorbeikommen. Dass er den Publikumspreis bekommt, dürfte die Verleiher ermutigen, dass dieses harte Stück Kino nicht nur bei der Kritik, sondern auch beim Zuschauer ankommen wird.

Der Preis wird, zusammen mit denen anderer unabhängiger Jurys, am Sonnabend um 12 Uhr im Hyatt Hotel am Potsdamer Platz verliehen.