Das Udo-Lindenberg-Musical ist schon ausgezogen. Aber noch bohrt und hämmert es von allen Seiten. Denn wie jedes Jahr zur Berlinale verwandelt sich das Stage-Theater am Potsdamer Platz in den Berlinale-Palast. Da wird die Leinwand eingebaut, werden zusätzliche Sitzreihen montiert und erstmals auch eine Dolby-Atmos-Tonanlage installiert. Deshalb sind die Umbauarbeiten in diesem Jahr noch ein wenig umfangreicher als gewöhnlich. Bis zur feierlichen Gala-Eröffnung der Berlinale am Donnerstagabend mit Isabel Coixets Polardrama „Nobody Wants the Night“ wird dann alles fertig sein.
Zwölf Menschen durften aber schon mal während der Bauarbeiten in dem Saal Platz nehmen, zwölf Auserwählte durften schon mal Probe sitzen: die Leserjury der Berliner Morgenpost. Wie in jedem Jahr hat unsere Zeitung dazu aufgerufen, für uns den Wettbewerb der Berlinale zu besuchen, um am Ende den Publikumsfavoriten zu küren. Und wie jedes Jahr sind bei uns Hunderte von Einsendungen eingegangen, aus denen unsere zwölf Geschworenen ermittelt wurden. Die trafen sich morgens früh um neun Uhr vor dem Theater – exakt die Zeit, in der sie während des Festivals das erste Mal im Kino sitzen müssen. Und dank der Theaterleitung durften sie dann in den Saal und sich eine Reihe aussuchen. Ein ganzer Saal für sich: So elitär wird es natürlich nie wieder. Während der Berlinale-Vorstellungen sind die 1628 Plätze fast immer ausverkauft, und wer zuerst kommt, sitzt am besten.
Wie die große Internationale Jury um Darren Aronofsky und Daniel Brühl haben auch die Leserjuroren die Qual der Wahl zwischen 19 Wettbewerbsbeiträgen. Der Leserpreis erscheint in seinem 42. Jahr in neuem Gewand: ein transparenter Filmstreifen, entworfen von dem Berliner Grafikdesigner Gunnar Freise. Verliehen wird er am Ende des Festivals zusammen mit anderen unabhängigen Preisen am 14. Februar um 13 Uhr bei einem Empfang im „Hyatt“-Hotel.
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