Metropolis

Wenn es ein Werk gibt, das man nicht verpassen darf, dann ist das in diesem Jahr natürlich „Metropolis“: die Uraufführung des „neuen“, fast restlos wiederhergestellten Stummfilmklassikers. Wer keine der begehrten Karten für den Friedrichstadtpalast (12.2.) mehr ergattert, kann „Metropolis“ zeitgleich Open-Air am Brandenburger durchschlottern.

Ghost Writer

Keineswegs verpassen darf man natürlich den neuen Film von Roman Polanski (am 12.2. im Wettbewerb). Der arme Mann sitzt ja noch immer mit Fußfesseln in Gstaad fest und wird nicht anreisen dürfen. Aber sein Film spricht für sich: „Ghost Writer“ ist die Adaption des Bestsellers von Robert Harris, in dem ein Ghostwriter (Ewan McGregor) die Memoiren des britischen Ex-Premierministers (Pierce Brosnan) schreiben soll und auf reichlich belastendes Material im „Krieg gegen den Terror“ stößt. Durch Blairs kürzlichen Auftritt wieder hochaktuell.

Shutter Island

Mit nicht weniger Spannung darf man Martin Scorseses „Shutter Island“ (am 13.2. im Wettbewerb; außer Konkurrenz) erwarten. Noch eine Bestselleradaption (nach Dennis Lehane). Ein US-Marshall (Leonardo DiCaprio) muss in einer Klinik für geistesgestörte Gewalttäter auf einer entlegenen Insel nach einer geflohenen Mörderin suchen. Er kommt dabei merkwürdigen Experimenten in der Klinik auf der Spur; und mitten in den Ermittlungen bricht ein Hurrikan aus.

Jud Süss – Film ohne Gewissen

Ein Muss im Wettbewerb ist zudem am 18.2. „Jud Süß – Film ohne Gewissen“. Oskar Roehler zeigt die Entstehungsgeschichte des infamsten Hetzfilmes der Nazis, mit Moritz Bleibtreu als Goebbels und Tobias Moretti als sein Auftragsgehilfe Veit Harlan. Auch ein Film, der das eigene System hinterfragt und nach der Verantwortung von Kunst fragt.

My Name Is Khan

Für alle Fans von Bollywood wird „My Name Is Khan“ (Außer Konkurrenz am 12.2.), Pflichtprogramm sein. Zum zweiten Mal kommt der indische Superstar Shah Rukh Khan, die markanteste Nase der Welt, zur Berlinale – und lässt wieder alle westlichen Stars alt aussehen.

Rotes Kornfeld

Bei einem 60. Geburtstag darf man auch mal zurückschauen. In diesem Jahr hat sich die Berlinale in der Retrospektive selbst zum Thema gemacht. Da gibt es viele Titel, die man gern mal wieder sehen möchte (oder endlich mal nachholen kann). Ein absolutes Muss ist „Rotes Kornfeld“ (am 20.2. in der Retrospektive) von Zhang Yimou, der 1980 einen Goldenen Bären gewann. Damit wurde China als Filmnation vom Westen erstmals wahrgenommen.

Spur der Bären

Zum Geburtstag gibt es aber auch einen Film über 60 Berlinalen selbst: „Spur der Bären“ von Hans-Christoph Blumenberg und Alfred Holighaus, in der viele namhafte Filmemacher sich ganz persönlich an die Internationalen Festspiele erinnern.

Renn, wenn du kannst

Daneben gibt es noch viele weitere Entdeckungen zu machen. Zum Beispiel Dietrich Brüggemanns „Renn, wenn du kannst“ mit Robert Gwisdek. Der Eröffnungsfilm der Perspektive Deutsches Kino, der am 12. 2. läuft, ist eine ungewöhnliche Dreiecksgeschichte.

BMO