Das Central-Kino gehört, auch wenn sich die Berlinale immer weiter über die Stadt ausdehnt, noch nicht zu den Festivalstätten. Aber trotzdem muss der Weg eines Berlinale-Gängers in den nächsten Tagen unweigerlich einmal dort vorbeiführen (Schliemannstr. 5, am Hackeschen Markt). Denn dort wird eine frühe Perle von Christoph Schlingensief gezeigt: „Egomania – Insel ohne Hoffnung“ aus dem Jahr 1986. Die Hauptdarstellerin: Tilda Swinton. Beide sitzen bekanntlich in diesem Jahr in der Internationalen Jury. Beide waren damals, während der Dreharbeiten, zusammen. Sagt wenigstens Schlingensief in einem Interview (Tilda Swinton äußert sich da dezenter). Egal wie: Das Traumpaar der diesjährigen Jury in einem 23 Jahre alten Film? Muss man gesehen haben!

Das dachte sich auch die Filmgalerie 451, die das Werk vertreibt. Schlingensief wünscht sich ohnehin seit längerem eine Neuauflage des Films, weil er sehr viel von seiner heutigen Opern-Arbeit vorwegnehme, aber immer noch einer seiner missverstandenen Filme geblieben ist. Obwohl er dem Vertrieb recht früh von seiner Jury-Teilnahme erzählt hatte, war es für eine Sondervorstellung des Films im Forum schon zu spät. Die spontane Reaktion der Sektion: „Wenn wir das gewusst hätten…“ Stattdessen läuft „Egomania“ jetzt bis 10. Februar im Central. Nun arbeitet man fieberhaft daran, die beiden Juroren in eine Vorführung ihres Filmes zu locken. Mal sehen, ob’s klappt.

zdr