Mehr als die Hälfte des Publikums der Berliner Philharmoniker wünscht sich einen jungen Chefdirigenten an der Spitze des Weltklasse-Orchesters. 1318 Konzertbesucher hatten bei einer Befragung des RBB und der Berliner Morgenpost am 24. und 25. April ihre Stimme abgegeben. Andris Nelsons, 36, und Gustavo Dudamel, 34, kommen gemeinsam auf 51,4 Prozent aller abgegebenen Stimmen.
Eine absolute Mehrheit für einen Kandidaten ist nicht zustande gekommen. Es gibt aber einen klaren Favoriten. Ein Drittel des Publikums wünscht sich den lettischen Dirigenten Andris Nelsons (34 Prozent), gefolgt von Gustavo Dudamel aus Venezuela (17,4 Prozent). An dritter Stelle steht der Berliner Christian Thielemann, 56, mit 16,9 Prozent.
Bei den Konzerten am Freitag und Sonnabend, die Andris Nelsons dirigierte, haben RBB und Berliner Morgenpost vor der Philharmonie Stimmzettel mit den acht meistdiskutierten Kandidaten verteilt. Darüber hinaus konnte jeder Besucher einen nicht genannten Favoriten eintragen. Zwei Drittel der Besucher haben vor dem jeweiligen Konzert abgestimmt. Mehr als die Hälfte gab sich als Abonnenten zu erkennen. Die Umfrage ist ein Stimmungsbild und nicht repräsentativ.
Die Abstimmung in absoluten Zahlen:
Andris Nelsons: 448 Stimmen
Gustavo Dudamel: 229 Stimmen
Christian Thielemann: 223 Stimmen
Daniel Barenboim: 125 Stimmen
Mariss Jansons: 116 Stimmen
Riccardo Chailly: 56 Stimmen
Riccardo Muti: 47 Stimmen
Yannick Nézet-Séguin: 37 Stimmen
Andere: 37 Stimmen
Diese Befragung des Publikums wäre vergleichbar mit dem ersten Schritt bei der Chefdirigenten-Wahl der Philharmoniker am 11. Mai. Auch die 124 wahlberechtigten Musiker werden Andris Nelsons zeitlich präsent haben, da vor der Wahl als Favorit nur noch Mariss Jansons dirigieren wird.
vbl

