TV-Show

„Wetten, dass..?“ hat wieder ein Gesicht – das alte

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Laura Réthy

Zu Beginn der ersten „Wetten, dass..?“-Sendung nach der Sommerpause entschuldigte Markus Lanz sich zunächst bei den Zuschauern. Dann ging es daran alles besser zu machen – und wieder so wie früher.

Zu Anfang ein paar Worte des Moderators. Ohne die wäre es wohl kaum gegangen. Zu desaströs war der Abschied in die Sommerpause gewesen und zu hoch waren die Erwartungen, wo es nun hingehen sollte. Der Druck musste erst mal raus. Also begann Markus Lanz die erste „Wetten, dass..?“-Sendung nach dem Debakel im Juni auf Mallorca mit einer Ansprache an das Fernsehpublikum. „Es gibt etwas im deutschen Fernsehen, das einmalig ist. Und das ist diese Liebesbeziehung zwischen Ihnen und dieser Sendung. Und wie das so ist in einer 30-jährigen Ehe, da kommt mal ein Partner ein wenig aus der Spur. Oder – so wie wir – noch mal verspätet in eine zweite Pubertät. Wir haben das alles verstanden und raufen uns deshalb wieder zusammen.“

Das ZDF hat den Sommer genutzt, um aufzuarbeiten, was im vergangenen Jahr alles schief lief und was schließlich in der niedrigsten Quote in der Geschichte von „Wetten, dass..?“ von nur noch 6,74 Millionen Zuschauern und vielen Momenten zum Fremdschämen gipfelte. Nun also der Neuanfang. Und es wurde der Schritt zurück zum Klassiker. Aus Neu mach wieder Alt. Das hatte ZDF-Unterhaltungschef Oliver Fuchs bereits am Freitag angekündigt: Man wolle sich wieder mehr auf den Markenkern konzentrieren – die Wetten. Sie sollten im Mittelpunkt stehen. Und sie waren so, wie es das Publikum jahrzehntelang mochte: mit großem Gerät, Bier, rohen Eiern und netten Kandidaten. Solide ist das richtige Wort. So wie es immer war, früher. Keine Männer mehr, die mit ihrem Po Nüsse knacken.

Alles Neue gestrichen

Auch die Rolle der Stars wurde verändert. So wie zu Gottschalks Zeiten werden sie nun einzeln begrüßt. Der Auftritt soll wieder ein besonderer sein. An diesem Abend machte Harrison Ford den Anfang, der seinen neuen Film „Ender’s Game“ vorstellte. „Das ist ja eine fantastische Bühne. Dreht die sich oder wir?“, fragte er gut gelaunt. Und die Stimmung blieb gut. Schlagersängerin Helene Fischer flirtete ein wenig mit Ford – „der sieht ja in echt noch viel besser aus“ – und als Wetteinsatz sprach der Hollywood-Star einem Fan eine Mailbox-Ansage auf das Handy. Erinnerungen an Tom Hanks in einer Mütze mit Katzenohren wichen der Erleichterung über diesen charmanten Wetteinsatz. Auch die Sofa-Besetzung blieb hochkarätig: Cher, Anja Kling, Matthias Schweighöfer, Ruth Maria Kubitschek und Sylvester Stallone waren nach Bremen gekommen.

Gute Wetten, gute Gäste und auch sonst – alles beim Alten, also ganz Alten. Alle Neuerungen, die im vergangenen Jahr eingeführt wurden, sind aus der Sendung geflogen. Die „Lanz-Challenge“, bei der sich der Moderator einen Wettkampf mit einem Zuschauer lieferte – abgeschafft. Die Co-Moderation – gestrichen. Die Rolle rückwärts hat „Wetten, dass..?“ wieder ein Gesicht gegeben. Auch wenn noch nicht alle Züge klar zu erkennen sind.