Ein Riss geht durch Deutschland. Aber er verläuft einmal nicht zwischen Ost und West, sondern zwischen Nord und Süd. Ein riesiger Graben tut sich auf, der unpassierbar ist. Deutschland schon wieder geteilt.

Zum Tag der Deutschen Einheit haben die Fernsehsender in den vergangenen Jahren immer wieder Dramen über den Fall der Mauer produziert. Man kann sich richtig vorstellen, wie man sich in der RTL-Zentrale die Köpfe zerbrach, ob man nach all den Jahren die Einheit nicht mal anders darstellen könnte.

Man hat da auch ein wenig an einen aushäusigen Deutschen gedacht, Roland Emmerich, der den Amerikanern den Non-plus-Ultra-Film zu deren Nationalfeiertag, den Independence-Day, geschenkt hat. Und war da nicht auch der Testversuch im Teilchenbescheuniger in Genf, wo die Wissenschaftler Gott gespielt und den Urknall nachgestellt haben? Was viele in Angst versetzte? Könnte man daraus nicht einen schönen Katastrophenfilm zum Feiertag zimmern?

Für mehr Effekte reichte das Budget nicht

Man kann. Der sieht dann so aus, dass durch die Tests sich erst die Schwerkraft verändert und Satelliten wie Kometen auf die Erde knallen und später große Erdverwerfungen geschehen. Gleich zu Beginn wird der Reichstag getroffen, passgenau in die Kuppel. Aber dann ist RTL doch das Geld ausgegangen.

Ein Großteil des Films spielt in Gurkenfeldern im Spreewald, da können Zerstörungen nicht solche Schäden anrichten. Später fliegen, fahren und stolpern Christiane Paul und Hannes Jaenicke durch das, was von Deutschland übrig ist. Wir sehen Großstädte in Trümmern, hören von Tausenden Toten.

Aber sehen tun wir das nur von fern und nur im Nachhinein. Für mehr Computertricks war vermutlich das Budget zu klein, das haben die zahllosen Stars noch in kleinsten Rollen aufgebraucht. So ist „Helden – Wenn dein Land dich braucht“ doch nur Emmerich für Arme. Und der Schlussappell, wenn Bundeskanzler Heiner Lauterbach einen neuen Tag der deutschen Einheit beschwört, ist dann wirklich nur noch reiner Klau von „ID 4“. Schade und ärgerlich.

„Helden“: RTL, 3. Oktober 2013, 20.15 Uhr