Kurz nach der 63. Berlinale ist dem Filmfestival einer seiner Hauptsponsoren verloren gegangen. Erst vor vier Jahren hatte BMW den vormaligen Partner VW ersetzt.

Am Mittwoch verschickte die Berlinale nun eine Pressemitteilung, in der sie das Ende der Kooperation bekannt gaben. „Wir danken BMW für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit“, wird Festivalchef Dieter Kosslick zitiert, „und wünschen BMW weiterhin eine glückliche Hand beim Thema Kulturengagement.“

Auch BMW blickt „sehr zufrieden auf die Partnerschaft mit der Berlinale zurück“, wie Thomas Girst, in der Konzernkommunikation für das Kulturengagement zuständig, auf Anfrage der Berliner Morgenpost sagte. „Wir waren jetzt vier Jahre offizieller Partner. Unsere Verträge laufen immer über diesen Zeitraum, er gilt bei uns als langfristig.“ Jetzt wolle sich der Konzern auf anderes konzentrieren: „Wir müssen manches gehen lassen, um Neues gestalten zu können.“

Entscheidung offensichtlich schon länger klar

Gründe, warum es zur Trennung kam, werden nicht genannt. Das ist guter Ton beim Sponsoring – so wie auch von beiden Seiten niemals verraten wird, wie viel der Unterstützer in sein Engagement investiert.

BMW hat immerhin von 2010 bis 2013 rund 100 zählbare Fahrzeuge für die Vorfahrt der Stars am roten Teppich zur Verfügung gestellt; mit der BMW Golden Bear Lounge hat das Unternehmen darüber hinaus einen festen Treffpunkt für Filmschaffende und Medienvertreter etabliert.

BMW war einer der drei Hauptpartner der Berlinale, neben dem Medienpartner ZDF, der schon seit neun Jahren dabei ist, und der Kosmetik-Firma L‘ Oréal, die es sogar sauf 15 Festival-Jahre bringt.

Dass die Kooperation mit BMW nicht über 2013 verlängert würde, war offensichtlich schon länger klar, sollte aber erst nach den jüngsten Filmfestspielen im Februar vermeldet werden.

Nach all der Kritik, die Dieter Kosslick am Ende dieser Berlinale entgegenschlug, bedeutet der Absprung von BMW nun auch finanzpolitisch eine empfindliche Blessur. Die Sponsorship-Abteilung der Berlinale gibt sich hingegen betont gelassen: Das Festival sei eine angesehene Plattform, für die sich viele interessieren würden.

zdr