Der Berliner Schriftsteller und Kabarettist Peter Ensikat ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Das teilte Ensikats langjähriger Bühnen-Weggefährte Wolfgang Schaller am Dienstag mit.
Der 1941 im brandenburgischen Finsterwalde geborene Ensikat begann in den 60er Jahren als Autor unter anderem für die Dresdner Kabarettbühne Herkuleskeule und die Berliner Distel zu schreiben. Er gehörte in den 70er und 80er Jahren zu den meistgespielten und scharfsinnigsten Theater- und Kabarettautoren der DDR.
Nach einem Studium an der Leipziger Theaterhochschule arbeitete Ensikat zunächst für die Dresdner „Herkuleskeule“. Auch als Autor und Schauspieler von Kindertheater-Stücken machte er sich einen Namen. Zwischen 1999 und 2006 leitete er das Berliner Kabarett „Die Distel“, zu deren Gesellschafter er bereits seit 1991 gehörte und für das er bereits zu DDR-Zeiten gearbeitet hatte.
„Ich verliere nicht nur meinen engsten Freund, der 35 Jahre lang mein Schreibpartner war und ohne den in all den Jahrzehnten all jene Programme, die ein Stück Kabarettgeschichte geschrieben haben, nicht entstanden wären“, sagte Schaller. „Mit seinem Namen ist ein langes Stück Lebenslauf der Herkuleskeule verbunden. Ich verdanke ihm viel und weiß um den Verlust.“
2009 war Schaller und Ensikat gemeinsam durch den damaligen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die bedeutendste Kabarettauszeichnung verliehen worden: Sie bekamen einen Stern auf dem Kabarett-Walk-of-Fame, dem Romano-Guardini-Platz an der Schillerstraße in Mainz.
Ensikats autobiografische Skizzen „Ab jetzt geb' ich nichts mehr zu. Nachrichten aus den neuen Ostprovinzen“ (1993) wurden in den ostdeutschen Bundesländern zum Bestseller.
Der Kabarettist musste sich in der DDR einiges einfallen lassen, um die Zensur zu umgehen. 2012 traf die Berliner Morgenpost ihn in seinem Stammlokal Nolle und sprach mit ihm über DDR-Flüsterwitze und seine Arbeit als Satiriker unterhalten.
epd/dpa/sh


