Filmfestspiele

Werner Herzog ist Jury-Präsident der 60. Berlinale

Die Jury der Jubiläums-Berlinale im Februar 2010 wird von dem Regisseur Werner Herzog angeführt. Festivaldirektor Dieter Kosslick gewann den 67-Jährigen ("Fitzcarraldo" und "Nosferatu") für die 60. Filmfestspiele. Herzog verfügt über reichlich Festival-Erfahrungen.

Foto: AFP

Der deutsche Filmemacher Werner Herzog wird Jury-Präsident der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin vom 11. bis 21. Februar 2010. Herzogs Filme zeugten „von der künstlerischen Kraft des Kinos“, sagte Berlinale-Direktor Dieter Kosslick am Donnerstag. „Ich freue mich, dass wir diesen herausragenden Regisseur als Jury-Präsidenten für unser 60. Jubiläum gewinnen konnten“, fügte er hinzu. Die neue Ausgabe des Festivals erlebt unterdessen wieder einen Ansturm von Film-Bewerbungen. Bisher seien es mehr als 5000 Einreichungen, sagte Kosslick.

Die Filme würden im Moment gesichtet. Bislang sei noch nicht einmal ein Viertel der Beiträge ausgewählt worden. „Es kommen auf jeden Fall auch wieder prominente Gäste“, kündigte Kosslick an. Namen wollte er noch nicht verraten. „Wir sind mitten in den Verhandlungen.“ Zum 60. Jubiläum werde auf 60 Jahre Berlinale zurückgeschaut. Somit würden nicht nur Stars aus neuen, sondern auch aus älteren Filmen dabei sein.

Herzog war selbst mit Filmen auf Berlinale vertreten

Der 67-jährige Herzog, einer der bedeutendsten Filmemacher des Autorenkinos und Vertreter des „Neuen Deutschen Films“, realisierte über 50 Filme, darunter „Fitzcarraldo“, „Aguirre, der Zorn Gottes“, „Jeder für sich und Gott gegen alle“ und „Cobra Verde“. Über seine Zusammenarbeit mit Schauspieler Klaus Kinski, der in fünf seiner Filme die Hauptrolle spielte, drehte er 1999 den Dokumentarfilm „Mein liebster Feind“. Zu seinen weiteren Dokumentationen zählen „Grizzly Man“ und „Encounters at the End of the World“, für den er 2009 für den Oscar nominiert war.

Zudem war der mehrfach ausgezeichnete Filmemacher als Opernregisseur, Autor, Produzent und Schauspieler tätig. Der in München geborene Herzog war mit seinen Filmen selbst mehrmals bei der Berlinale vertreten. Für sein Spielfilmdebüt „Lebenszeichen“ wurde er mit dem Silbernen Bären für den Besten Erstlingsfilm auf der Berlinale 1968 geehrt. 1979 präsentierte er „Nosferatu-Phantom der Nacht“ im Wettbewerb. In diesem Jahr war er im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig mit seinem Remake von Abel Ferraras Klassiker „Bad Lieutenant“ mit Nicolas Cage vertreten.

Seine Sammlung, die aus Drehbüchern, Fotos, Plakaten, Produktionsunterlagen und Filmrequisiten besteht, übergab Herzog vor kurzem der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen zur Archivierung.

Viele Nachwuchsfilmer haben sich beworben

In diesem Jahr war Schauspielerin Tilda Swinton Präsidentin der Internationalen Jury. Die 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin finden vom 11. bis 21. Februar 2010 statt. Für die Berlinale 2009 waren rund 6100 Filme eingereicht worden. Insgesamt wurden 383 Filme in 1238 Vorführungen gezeigt.

Zum Berlinale-Jubiläum 2010 werden mit der Retrospektive „Play it Again...!“ Entdeckungen von einst auf die große Leinwand zurückgebracht. Präsentiert werden rund 40 Filme aus den Sektionen Wettbewerb, Forum, Panorama und Generation.

Für den Berlinale Talent Campus 2010 haben sich in diesem Jahr so viele Nachwuchsfilmer beworben wie noch nie. 4773 Bewerbungen aus 145 Ländern gingen ein. Das sind knapp 1000 mehr als im vergangenen Jahr. 350 junge Filmschaffende werden vom 13. bis 18. Februar 2010 zum achten Campus eingeladen.