Berlintwitterwall

China sperrt Berliner Website zum Mauerfall

Eine virtuelle Berliner Mauer wird zunehmend zur "Mauer der Demokratie". Die Kulturprojekte Berlin GmbH haben eine Twitter-Aktion gestartet, in der Menschen über den Kurznachrichtendienst Twitter ihre Gedanken zum Mauerfall mitteilen. Immer mehr Tweets sind auf chinesisch. Chinesen fordern hier Demokratie ein.

Foto: Screenshot Berlintwitterwall

Eine vom Land Berlin geschaltete Internet-Seite zu 20 Jahre Mauerfall ist nach deutschen Angaben von den chinesischen Behörden gesperrt worden. Unter der Adresse Berlintwitterwall.com können Nutzer des Microblogging-Dienstes Twitter weltweit ihre Gedanken verewigen - allerdings nicht mehr in China, wie die Kulturprojekte Berlin GmbH nun mitteilte. Der Zugang sei seit Montagabend Pekinger Zeit von China aus nicht mehr frei erreichbar. Die Sperrung sei von verschiedenen Quellen bestätigt worden

Am Sonntag zuvor hatte die chinesische Webinitiative „China Great Firewall“ (GWF) über ihre Mailingliste einen Hinweis auf die „Berlintwitterwall“ verbreitet. Danach nahmen die Beiträge chinesischer Nutzer rapide zu. Chinesische Twitterer begannen, die Plattform für Proteste gegen die Web-Zensur im eigenen Land zu nutzen. Bislang seien mehr als 3300 Kommentare eingegangen, hieß es von Kulturprojekte Berlin, rund 1500 davon auf Chinesisch.

„Stoßt die Große Firewall um“, heißt es da unter anderem. „Firewall“ steht dabei für die Sperrung bestimmter Webseiten durch die chinesischen Behörden. Der Zusatz „groß“ spielt auf die Chinesische Mauer an (Great Wall). „Tötet die Diktaturen, rettet China“, formuliert „digi 1980s“.

Auf der Seite werden die Nutzer aufgerufen, darüber zu twittern, welche Mauern sonst noch auf der Welt fallen sollten. Über die Adresse http://twitter.com/fallofthewall werden geschichtliche Fakten zur Friedlichen Revolution und zum Mauerfall sowie tagesaktuelle Nachrichten getwittert.

Hier geht es zur animierten Twitterwall auf Berlintwitterwall.de.