Auch in einem Weltklasse-Konzertsaal wie der Philharmonie in Berlin läuft nicht immer alles rund – diese Erfahrung hat am Sonnabend die französische Top-Pianistin Hélène Grimaud machen müssen.

Bei ihrem Konzert mit den Berliner Philharmonikern wurde sie Opfer einer Technikpanne: Der vordere Teil der Bühne mit dem Flügel ließ sich nicht auf die Höhe der restlichen Bühne mit dem Orchester hochfahren. Auge in Auge nicht wie üblich mit Dirigent und Orchester, sondern mit dem Publikum in den vorderen Reihen spielte Grimaud dann bravourös das G-Dur-Klavierkonzert von Maurice Ravel und eine Zugabe.

Da die „Berliner“ unter Leitung des jungen Dirigenten Tugan Sokhiev zum Beginn des Konzerts ein Stück ohne die Solistin gespielt hatten, war der Bühnenteil mit dem Flügel abgesenkt gewesen. So sollte das Publikum einen ungehinderten Blick auf das Orchester erhalten. Mehrere Versuche per Fernbedienung, Orchester, Dirigent und Solistin bühnentechnisch zu vereinen, blieben erfolglos.

Grimaud und Sokhiev nahmen es gelassen mit einem Lachen. Die Zuhörer in den ersten Reihen freuten sich über einen ungewohnt direkten Flügel- Klang. Was vor dem Klavierkonzert nicht gelang, klappte in der Pause danach, allerdings war da der Konzertabend für Grimaud schon zu Ende.

dpa/hed