Linksliberal, konservativ, anarchistisch, neoliberal und irgendwie auch Kommunist: So beschreibt Florian Schroeder seine politische Haltung - zumindest mit Augenzwinkern. Mit seiner neuen ZDF-Sendung „Journal Deluxe“ will der 47-Jährige nun auch das nach seinen Worten eigene politische Milieu aufs Korn nehmen. „Ich stehe dem gesamten linken und linksliberalen Spektrum mit wachsender Skepsis gegenüber“, sagt der Satiriker. Rechts geworden sei er deshalb keineswegs. „Ich komme aus der linksliberalen Welt und da gehöre ich hin. Der oberste Gegner der Gegenwart ist der Rechtsextremismus.“ Sein Blick sei „einer der Solidarität.“ Er sei nicht darauf aus, die Linke zwangsläufig zu bekämpfen, sondern enttäuscht von ihr.

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Am heutigen Donnerstag startet „Journal Deluxe“ im Streamingportal des ZDF. Einen Tag später läuft sie bei 3sat, am 3. November im ZDF-Hauptprogramm. Zunächst sind vier Folgen geplant. Schon vor dem Start hatte die Sendung für Diskussionen gesorgt. Laut Medienberichten soll es ein erklärtes Ziel der Sendung sein, Grüne und Linke stärker ins Visier zu nehmen.
Enttäuschung über das eigene politische Lager
Das ZDF kündigt „Journal Deluxe“ als Mischung aus politischer Satire und gesellschaftlichen Debatten an. Die Gäste der ersten Ausgabe stehen bereits fest: Mit dabei sind die frühere Grünen-Chefin Ricarda Lang, „Welt“-Moderatorin Dorothea Schupelius sowie der „Süddeutsche“-Journalist Ronen Steinke. Kritiker werfen Schroeder vor, mit seiner neuen Ausrichtung eher nach unten als nach oben zu treten. Diesen Vorwurf weist er zurück. Sein Grundsatz sei ein anderer: „Ich greife immer Macht an. Und Linke und Grüne, die Macht haben, sind Teil der Satire.“
Für Aufsehen hatten auch Berichte über mögliche Gäste gesorgt, wie AfD-Chefin Alice Weidel und US-Milliardär Peter Thiel. Schroeder relativierte die Erwartungen. „Man muss schon sehr größenwahnsinnig sein, um ernsthaft zu glauben, dass man in eine kleine Comedy-Sendung im deutschen Fernsehen direkt Peter Thiel als Gast kriegt.“ Interesse hätte er allerdings. Er halte Thiel für eine der spannendsten und abgründigsten Figuren.
Peter Thiel und Alice Weidel als mögliche Gäste?
Auch Weidel sei diskutiert, aber nicht angefragt worden. Es gehe um die Frage, wie man Menschen mit völlig anderen politischen Überzeugungen in einer satirischen Sendung begegnen könne, ohne sie unkritisch gewähren zu lassen. Für die erste Staffel schloss er eine Einladung aus. „Schon allein deshalb, weil jetzt alle damit rechnen.“
Auch der frühere „Bild“-Chefredakteur und heutige „Nius“-Chef Julian Reichelt soll zunächst angefragt und später wieder ausgeladen worden sein. Schroeder bezeichnete solche Vorgänge als normal bei der Entwicklung einer neuen Sendung. Grenzen bei der Gästeauswahl gebe es dennoch. „Man muss keinen Holocaustleugner einladen. Man muss auch keine Leute einladen, die nur in Verschwörungsmythen zu Hause sind.“
Immer wieder wird Schroeders Sendung als möglicher Gegenentwurf zu Jan Böhmermanns „ZDF Magazin Royale“ beschrieben, die im Dezember endet. Schroeder kann mit dem Vergleich wenig anfangen. „Ich bin weder der Gegenentwurf von jemandem, noch bin ich die Kopie.“ Er habe immer sein eigenes Ding gemacht.
dpa




