Zwar findet das zentrale Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit dieses Jahr in Bremen statt und Berlin ist turnusmäßig erst 2030 wieder an der Reihe. Aber in der Hauptstadt ist zum Feiertag, der in diesem Jahr arbeitgeberfreundlich auf einen Sonnabend fällt, wieder genug los. Berlinerinnen und Berliner haben die Wahl: von offenen Türen bei Moscheen und Landesvertretungen bis hin zu einer nostalgischen U-Bahn-Fahrt durch die Zeit der Teilung der Stadt. Ein Überblick über die wichtigsten Termine.
Freier Eintritt und Feierlichkeiten im Zentrum
Zum Nationalfeiertag laden zahlreiche Museen zum freien Eintritt ein, darunter das Deutsche Historische Museum, (Unter den Linden 2, 10–18 Uhr), das mit Sonderprogramm an 36 Jahre Einheit erinnert. Auch im Forum Willy Brandt Berlin (Behrenstr. 15, ab 11 Uhr) gibt es öffentliche Sonderführungen, die Besucherinnen und Besuchern die Geschichte der deutschen Teilung und Wiedervereinigung aus der Perspektive des früheren SPD-Bundeskanzlers näherbringen.
Offene Ministergärten: Blick hinter die Kulissen der Politik
Ein Berliner Klassiker zum 3. Oktober sind die offenen Ministergärten: Die Landesvertretungen von Brandenburg, Niedersachsen, Saarland, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Hessen (In den Ministergärten 3–10) öffnen von 11 bis 18 Uhr ihre sonst abgeschirmten Gartenanlagen zwischen Potsdamer Platz und Spreebogen für die Öffentlichkeit. Mit Infoständen, Mitmachaktionen, Bühnenprogramm und lokalen Weinen und Speisen bietet sich hier die seltene Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Regierungsviertels zu werfen – ein beliebtes Ausflugsziel für Familien.
Tag der offenen Moschee: Einblicke und Dialog

2010 sagte der damalige Bundespräsident Christian Wulff „Der Islam gehört zu Deutschland“ in der Rede zum Tag der Deutschen Einheit. Bereits seit 1997 laden islamische Religionsgemeinschaften am 3. Oktober zum Tag der offenen Moschee ein, um ein Zeichen für Dialog und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu setzen. Unter anderem nehmen teil die ab 1999 erbaute Şehitlik-Moschee am Columbiadamm und die siebenstöckige Omar-Ibn-Al-Khattab-Moschee für 1000 Gläubige an der Wiener Straße.
Clubkultur und Mittelalter: Berlins Festplatz zwischen den Zeiten

Wer es lieber tanzend oder ritterlich angehen lässt, wird ebenfalls fündig: Der Tag der Clubkultur feiert die Berliner Nachtszene als festen Bestandteil der Stadtidentität – 2026 sogar ausgeweitet zu einer ganzen Festivalwoche. Eher für Familien gedacht ist das Gauklerfest auf der Zitadelle Spandau: Ritter, Gaukler, Akrobatik und Musik verwandeln die Festungsanlage in einen mittelalterlichen Festplatz (Am Juliusturm 64, Spandau, 3. + 4.10., 10–19 Uhr, 14/11 Euro, bis 5 Jahre frei).
Mit dem „Oldtimer“ auf Zeitreise durch die Teilungsgeschichte
Ein echter Höhepunkt für Berliner Geschichts- und Technikfans ist die Sonderfahrt eines historischen U-Bahn-Zugs der Baureihe CII. Der Oldtimer aus den 1930er-Jahren rollt am 3. Oktober über ehemalige Transitstrecken und durch frühere „Geisterbahnhöfe“ – jene Stationen, die während der deutschen Teilung auf West-Berliner Linien lagen, aber im Ostteil der Stadt nicht angefahren wurden.

Die Abfahrten starten am Bahnhof Leopoldplatz (U6) um 12 und 15 Uhr. Die Route führt über die U6 bis Mehringdamm, weiter über die U7 bis Hermannplatz, dann über die U8 bis zur Osloer Straße und schließlich über die U9 zurück zum Leopoldplatz. Zwischenstationen werden dabei nicht bedient. Das Ticket kostet 10 Euro, Restkarten sind online bei ag-berliner-u-bahn.de erhältlich.



