Schauspieler Heinrich Schafmeister macht sich Sorgen um seine Zunft. Kolleginnen und Kollegen hätten immer öfter keinen Job und keinen Verdienst. „Wir haben in Deutschland etwa 16.000 Schauspielerinnen und Schauspieler. Nur circa 2.100 davon sind durchgehend für einjährige Spielzeiten an Theatern angestellt“, sagte Schafmeister der Illustrierten „Bunte“. Die meisten arbeiteten aber nicht irgendwo „fest“, seien auch keine Selbstständigen, sondern würden immer wieder kurz befristet beschäftigt.

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Schafmeister ist Mitbegründer der Schauspielgewerkschaft BFFS und setzt sich seit 20 Jahren für die Rechte von Schauspielenden ein. Schauspieler hangelten sich in der Regel von Rolle zu Rolle, von Filmdreh zu Filmdreh, von Synchronjob zu Synchronjob, erläuterte der Künstler. Die Lücken würden aber immer größer. So seien die öffentlich-rechtlichen Sender als wichtigster Auftraggeber massiv unter Druck geraten, weil ihnen die Politik den finanziellen und politischen Rückhalt versage. Gleichzeitig gehe es den Privatsendern wirtschaftlich nicht besonders. Auch bei den Streamern wüchsen die Bäume nicht in den Himmel.
Drehtage gekürzt
Ein Blick auf das Fernsehprogramm zeige, es gebe nur Wiederholungen oder immer mehr sehr billig produzierte Stoffe für die Mediatheken, sagte Schafmeister. Außerdem werde an Drehtagen gespart und weniger von erfolgreichen Formaten wie „Polizeiruf 110“ und „Tatort“ produziert. Oder man schaffe Serien wie „Ein Fall für Zwei“ ganz ab. Statistisch gesehen gibt es laut dem Schauspieler ein Minus von elf Prozent bei der Beschäftigung unter Schauspielenden. Viele deutsche Filmproduktionen wanderten ins Ausland ab, weil dort eine bessere Förderung locke. Dazu kämen Gefahren durch Künstliche Intelligenz.
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Er selbst habe in diesem Jahr keinen einzigen Drehtag gehabt, berichtete der 69-Jährige. Doch um ihn müsse man sich keine Sorgen machen. Er spiele gerade viel Theater und komme voll auf seine Kosten. Zum anderen habe er eine vergleichsweise gute Rente. Doch Altersarmut ist im Schauspiel laut Schafmeister ein Riesenthema. Das betreffe auch Menschen, bei denen man es nie erwarten würde: „Berühmtheit schützt nicht vor Altersarmut.“
Rat an Schauspielende
Er könne nur allen Schauspielenden raten, sich in den Lücken zwischen Engagements, in denen man nichts verdient und keine Pflichtbeiträge in die Rentenkasse fließen, arbeitslos zu melden, so der Künstler. Das Problem sei allerdings der bürokratische Aufwand, da man sich ständig an- und abmelden müsse. Zudem sei das Thema auch mit Scham besetzt: „Wenn du am Tag vorher im TV als Schlossbesitzer im Jaguar vorgefahren bist und am nächsten Tag bei der Agentur für Arbeit eine Nummer ziehst“, wirke das befremdlich.
KNA





