Schon im Mai beim Festival in Cannes begeisterte das deutsche Kino: Mit dem Preis der Jury ging eine der wichtigsten Auszeichnungen an Mascha Schilinskis Spielfilm „In die Sonne schauen“ (Kinostart: 28. September). Der große Erfolg könnte sich bei dem 78. Filmfestival in Locarno, das am 6. August beginnt und bis vom 16. August läuft, mit weiteren Preisen fortsetzen.

Donnerstag

Der Wochenend-Newsletter der Berliner Morgenpost

Bestellen Sie hier den wöchentlichen Newsletter mit Tipps zum Wochenende in Berlin

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Deutsche Filmschaffende sind in diesem Jahr auf dem neben Berlin, Cannes und Venedig wichtigsten europäischen Filmfestival schon rein zahlenmäßig stark vertreten: 22 der insgesamt 222 Kurz-, Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilme in allen Sektionen sind deutsche oder mit deutscher Beteiligung realisierte internationale Produktionen.

Große Hoffnungen liegen auf der Komödie „Sehnsucht in Sangerhausen“

Die Dichte allein garantiert natürlich noch keinen Preis. Doch offenbar war schon die strenge Auswahlkommission um Giona A. Nazzaro, dem künstlerischen Leiter des Festivals, von der Qualität des deutschen Kinos angetan: Fünf deutsche Pro- oder Koproduktionen wurden in den Hauptwettbewerb um den Goldenen Leoparden eingeladen, fast ein Drittel der 18 Beiträge. Schon das ein Riesenerfolg.

Große Hoffnungen liegen auf „Sehnsucht in Sangerhausen“. Die Komödie verfolgt die verschlungenen Lebenswege von wagemutigen Frauen. Mit seiner erfolgreichen Vampir-Farce „Blutsauger“ hat Regisseur Julian Radlmaier schon auf der Berlinale 2021 enormes Talent für eine künstlerisch originelle und dabei publikumswirksame Erzählkunst bewiesen. Und genau das zählt in Locarno. Das Festival am Lago Maggiore zeichnet vor allem jüngere Talente aus, die mit Eigenwilligkeit und Einfallsreichtum punkten.

Lesen Sie auch: Ungeschönter Blick auf das Leben auf dem Land: das Filmdrama „Milch ins Feuer“

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Youtube, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Neben dieser rein deutschen Produktion laufen im Wettbewerb vier Koproduktionen mit deutscher Beteiligung: das Roadmovie „Dry Leaf“ des georgischen Regisseurs Alexandre Koberidze, die Familientragödie „Donkey Days“ der Niederländerin Rosanne Pel, die Lovestory „White Snail“ des österreichisch-deutschen Regie-Duos Elsa Kremser und Levin Peter sowie der Dokumentarfilm „With Hasan in Gaza“ des palästinensischen Filmemachers Kamal Aljafari. #

Dieser Film wird mit besonderer Spannung erwartet. Ausgehend von Filmmaterial aus dem Jahr 2001, wird Alltag in Gaza reflektiert. Alltag, der im Schatten des derzeitigen Krieges geradezu surreal anmutet. Dieser Film dürfte in hohem Maß dem Credo des Festivalleiters Nazzaro entsprechen: Der betonte bei der Vorstellung des Programms eindringlich die Bedeutung der Filmkunst in „einer Zeit, in der die Welt gewaltsam durchgeschüttelt wird“.

Erwartet werden Stars wie Emma Thompson, Lucy Liu und Jackie Chan

Der Goldene Leopard wird erst am Ende des Festivals vergeben. Einige Auszeichnungen stehen aber schon fest. Ehrenpreise gehen an die Filmstars Golshifteh Farahani („Alles über Elly“), Emma Thomp­son („Meine Stunden mit Leo“), Lucy Liu („Kill Bill“) und Jackie Chan („Rush Hour“), jeweils vor einer der abendlichen Freiluftgalas mit Filmen außerhalb des Wettbewerbs auf der malerischen Piazza Grande.

Die Abende unterm Sternenzelt sind der Clou des Festivals. Nacht für Nacht feiern hier bis zu 9.000 Zuschauer die Magie des Kinos. Auch auf der Piazza laufen drei mit deutscher Beteiligung gedrehte Produktionen: „The Dead of Winter“ mit Emma Thompson, „Sentimental Value“ des Norwegers Joachim Trier und „Die jüngste Tochter“ der Französin Hafsia Herzi. Diese Filme erhöhen die deutschen Chancen auf eine Auszeichnung, denn sie sind alle im Rennen um den begehrten Publikumspreis. dpa