Von der Decke der Columbiahalle in Tempelhof rieselt es am Montagabend immer mal wieder silbernes Glitzerkonfetti. Was wohl eher das Überbleibsel einer früheren Show präsentiert, passt jedoch genau zum Dresscode des Publikums, das gespannt auf das Konzert von Leony wartet. Wohin man auch schaut, sieht man ein Meer aus Glitzerröcken und passenden Jacken, vervollständigt mit einzelnen Gruppen, die sich bereits im neuen Tour-Merch der Sängerin zeigen. Was es damit auf sich hat, wird in den nächsten Momenten schnell deutlich.

Donnerstag
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Dann wird es dunkel. Ein dumpfer Bass ist zu hören, während ein flackernder blauer Scheinwerfer den schwarzen Vorhang der Halle anleuchtet. Auch wenn das Publikum die Popsängerin noch nicht sehen kann, reichen die ersten Verse ihres Intros “I’ll be alright”, um lautes Geschrei aus der Menge hervorzurufen. In dem Moment, als sich die Silhouette der Sängerin abbildet, fällt der Vorhang – und Leony samt ihrer vier Tänzerinnen ist vor einem riesigen Herz mit der Aufschrift “Oldschool Love Tour” zu sehen. In einem Glitzerkleid und silbernen Stiefeln steht sie selbstbewusst auf der Bühne – nun ist auch geklärt, woher die Inspiration des Publikums für die Kleiderordnung kommt.
Leony: Eltern inspirierten sie zu Song
Der Auftritt in Berlin ist gleichzeitig auch der Start ihrer Tour zu ihrem zweiten Album “Oldschool Love”, welches am 28. Februar erschien und ihr wohlverdient gerade Platz 12 in den offiziellen deutschen Charts eingefahren hat. Nicht ohne Grund hat sich die 26-Jährige seit Jahren auch international immer wieder einen Namen gemacht – mit Kooperationen mit G-Eazy, Felix Jaehn oder Vize ist sie längst über die Grenzen der deutschen Musikindustrie bekannt.
In einer Mischung aus Pop- und EDM Beats beginnt die Wahl-Berlinerin schließlich den eigentlichen Opener des Abends. Der gleichnamige Titelsong ihres neuen Albums ist inspiriert von der Beziehung ihrer Eltern – eine besondere Verbindung, die sie im Zeitalter des Online-Datings oft vermisst. „I just wanna have that old school love”, singt die Popsängerin und hat dabei sofort die Unterstützung aus der Menge.
Vor allem Kinder und junge Frauen sind im Publikum
Wie der Name des Albums bereits verrät, setzt sich die Sängerin in ihren Songs oft mit Themen wie Liebe, Beziehungen oder Freundschaft auseinander. Da verwundert es wohl kaum, dass ihr Publikum in Berlin hauptsächlich aus jüngeren Mädchen und Frauen besteht; viele davon sind mit ihren Eltern oder Partnern zusammen dort. Aber egal ob als Fan oder Begleitung: bei Hits wie „Somewhere in Between” gehen alle Hände in die Luft und die Halle wird zu einer riesigen Tanzfläche umfunktioniert. Bei so vielen Tänzen kann dann auch mal die Künstlerin selbst außer Atem kommen. „Ich hab mir ein Laufband gekauft, hat gar nichts gebracht”, scherzt Leony nach einem Set und erzeugt ein paar Lacher.
Spätestens seit der Fußball-Europameisterschaft im vergangenen Jahr dürfte die Sängerin vielen ein bekannter Name geworden sein. Mit ihrem Song „Fire”, einer Mischung aus Feel-Good EDM und Dance-Pop-Einflüssen, hat sie zusammen mit internationalen Größen wie One Republic und Meduza den offiziellen EM-Song mitproduziert – und sich gleichzeitig einen Namen gemacht.
Als die Künstlerin schließlich zu ihrem Song „Love on the Line“ übergehen will, beginnt sie plötzlich zur einen Seite der Bühne herunterzugehen. Auf einmal steht sie mitten im Publikum und ist kaum zu sehen, während sie ein „Berlin, geht es euch gut?“ in die Menge schallt. Ein Star zum Anfassen – für die Sängerin kein Problem. Damit kann sie ihr Publikum eindeutig beeindrucken.
Leony: Internationale Karriere und musikalische Experimente
Die Popsängerin ist wohl schon lange über den Titel des klassischen „Rising Stars“ hinweg, auch wenn es eine gleichnamige Castingshow war, die ihr vor ein paar Jahren den Durchbruch in der Musikbranche ermöglichte. Seitdem ist Leony nicht nur als Sängerin unterwegs, sondern beweist sich unter anderem auch als Jurorin bei „DSDS“ – ein wahres Allroundtalent eben.
Das zeigt sie spätestens auch mit ihrer musikalischen Vielseitigkeit in „Oldschool Love“. Ob Pop, Country, Folk, EDM oder Ballade: in ihrer Show probiert sich Leony durch jedes Genre und zeigt, dass ihre Musik nicht bei klassischer Radiomusik aufhört.
Nach etwa eineinhalb Stunden Show mit Tänzerinnen und diversen Outfitwechseln verabschiedet sich die 26-jährige Künstlerin schließlich von der Bühne – vorerst. Denn die Stimmung im Publikum ist so aufgeheizt, dass man durch die ganze Halle nur ein lautes „Zugabe” hören kann. „Ich kann doch meine erste Show in Berlin nicht ohne Zugabe verlassen”, bestätigt Leony schließlich die erwartungsvolle Menge und sorgt für Aufschrei, als sie wieder auf die Bühne kommt. Dann gibt es anstatt einer gleich drei Zugaben – und Leony sorgt mit ihrem Hit „Remedy” nochmal für richtig Stimmung, bevor sie unter Beifall mit ihrer gesamten Crew die Bühne der Columbiahalle verlässt.




