Auf einer Wolke schwebt ein Bär durch die Videospiel-Landschaft. Jetzt muss er auf die nächste springen. Sie ist weit weg – wird er es schaffen? Das Bild der Serie „Life Through Levels“ orientiert sich an der Welt von Videospielen, in der sich die Charaktere immer neuen Herausforderungen stellen müssen. Die Werke von Alicia Valladares beziehen sich auf das Leben, Herausforderungen und spirituellen Wachstum. Ihre Serie ist ein Teil von etwa 100 Werken, die an diesem Wochenende mit dem Projekt XOXO ausgestellt werden. Wird eines ihrer Werke verkauft, gehen 100 Prozent des Verkaufspreises an Alicia Valladares selbst.

Das ist nämlich die Idee hinter XOXO: die Kunstschaffenden direkt zu unterstützen, ohne dass das Team hinter dem Projekt mit profitiert, ein „sozialer Kapitalismus“. An diesem Wochenende werden Kunstwerke im ASK, dem Atelier von Sebastian Kusenberg, ausgestellt und zum Verkauf angeboten. Man könnte es als „Solidaritätsweihnachtsmarkt“ oder als „solidarischen Marktplatz“ beschreiben. Das Ziel: Die Bedeutung der Kulturszene mit einem Schlaglicht auszuleuchten, Kunstschaffende unterstützen und natürlich die angebotenen Werke zu verkaufen.

Helene Bosecker ist die Initiatorin von XOXO. Sie arbeitet seit Jahren in der Szene, macht heute internationales Kunst- und Kulturmanagement und setzt sich für die „komplette Veränderung des Kunstmarkts“ ein. „Woher sollen die neuen Kunstschaffenden kommen?“ fragte sich Bosecker vor einigen Jahren. Sie kritisiert nämlich, dass die Förderung hauptsächlich auf die Künstlereliten ausgerichtet sei und die Kulturförderung in Berlin unzureichend bleibe.
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Die Sparpläne der Berliner Politik treffen die Kulturszene hart, insbesondere bei Arbeitsräumen für Kunstschaffende. Konkret: Der Haushaltstitel, der für den Ausbau solcher Räume vorgesehen war, wird um 18 Millionen Euro gekürzt. Bosecker kennt mehrere Kunstschaffende, die ihre Ateliers verlieren werden. Deshalb hat ein Team rund um sie, Sebastian Kusenberg und Stefan Schreyger das Projekt XOXO als Alternative zum traditionellen Kunstmarkt entwickelt.

Sie alle verdienen nichts daran, eher investieren sie und setzen auf Kollegialität. Und dabei sind die Werke so divers wie die Kunstschaffenden selbst. Die Altersspanne reicht von 23 bis 75 Jahren. Die Kunstschaffenden sind aus verschiedenen Ländern. Von Mexiko wie Alicia Valladares oder Deutschland wie Lukas Liese, der für seine Arbeiten Marmor ätzt. Preislich liegen die Werke zwischen 50 und 500 Euro. „Es geht um direkte Förderung von vor allem jungen und aufstrebenden Studios“, sagt Bosecker, aber auch um die Unterstützung einer etablierten Kunstszene, die es auch schwer hat, wenn Galerien, mit denen sie lange zusammengearbeitet haben, schließen.
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Sie beschreibt die Kunstschaffenden als „prägende Kraft der Hauptstadt Deutschlands“: „Hier sind alle Geister willkommen und können sich frei fühlen im Ausdruck und im Entdecken. Das ist das, was Kunst und Kultur bewirken.“ Sie betont, dass die Künstlerateliers die Quelle sind, dass man da investieren müsse und der Kunsthandel nur davon profitieren könne.

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Das Logo von XOXO ist ein Tic-Tac-Toe Spiel. Die Anordnung der Xs und Os ist so gewählt, dass beide im nächsten Zug gewinnen könnten – wenn sie sich nicht gegenseitig blockieren. Es ist eine Entscheidung, die beide Seiten treffen müssen: Gewinnen beide?
ASK, Christinenstr. 15, Prenzlauer Berg. 14.12. 16 - 24 Uhr und 15.12. 12-17 Uhr.






