Die Frage der Nachfolge für den im Februar verstorbenen Intendanten René Pollesch an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz ist nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ wieder offen. Anfang Oktober war bekannt geworden, dass die Bühnenbildnerin Ida Müller und der norwegische Theaterregisseur Vegard Vinge die Leitung des Hauses für zwei Spielzeiten übernehmen sollten. Nun hat das Duo von einer Unterschrift des Vertrages offenbar Abstand genommen.

Ausschlaggebend sei dabei gewesen, dass „die Personen, die sie gern mitbringen wollten, in der Kurzfristigkeit nicht verfügbar sind sowie die aktuellen Haushaltskürzungen, die für die Zeit bis Sommer 2027 eine unsichere Situation schaffen“, zitiert der Bericht ein internes Schreiben, das mit der Berliner Kulturverwaltung abgestimmt worden sei. Den aktuellen Kürzungsvorgaben des Senats zufolge muss die Volksbühne ab dem kommenden Jahr auf zwei Millionen Euro verzichten, was für die Programmplanung des Hauses erhebliche Einschnitte zur Folge hat.
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Die Interimsintendanz von Vegard Vinge und Ida Müller war im Oktober allgemein als gute Lösung begrüßt worden. Die beiden kennen sich dem Studium an der Berliner Universität der Künste in den Nullerjahren, als Vinge Regie und Müller Bühnenbild studierte. Sie arbeiten seit 2008 zusammen, unter anderem an der Volksbühne und den Berliner Festspielen. Ihr Markenzeichen sind aufwendige, immersive Inszenierungen, die sich oft mit dem Werk des norwegischen Dramatikers Henrik Ibsen auseinandersetzen – gern in ausufernder Länge von bis zu zwölf Stunden.



