Nicht erst seit dem Erfolg von „Ziemlich beste Freunde“ oder den „Monsieur Claude“- Filmen genießen französische Komödien beim deutschen Kinopublikum den Ruf, den aktuellen Zeitgeist besonders gut zu treffen. Jeanne Gottesdieners „Frohes Fest – Weihnachten retten wir die Welt“ versucht das nun mit einem nicht unbedingt originellen Weihnachtssetting: Am Abend des 24. Dezember soll es im Hause der Lamarres, einer gutbürgerlichen Familie in einer namenlosen französischen Kleinstadt, ein traditionelles Familienessen geben. Aber was heißt heutzutage schon traditionell?
Der erste Bruch mit eben dieser Tradition besteht darin, dass Mutter Carole (Noémie Lvovsky) als Bürgermeisterin der Kleinstadt viel zu beschäftigt ist, um sich an den Vorbereitungen zu beteiligen. Weshalb Vater Alain (Didier Bourdon) sich allein um alles kümmern muss, auch darum, dass die bereits erwachsenen Kinder, Sohn David (Jules Sagot) und Tochter Sarah (Alice Daubelcour) überhaupt antanzen. Die jüngste Tochter Noa (Janaina Halloy) lebt noch bei den Eltern, stört mit Hinweisen auf Energieverschwendung und Tierquälerei aber den Einzug von weihnachtlicher Stimmung bereits beträchtlich.

Was eine ansprechende, weil eben alltägliche Familienkomödie hätte werden könne, verliert sich bald im nervtötenden Ausagieren der aktuellen Klischees: Die Kinder fordern trotzig Bio-Ware und Sparsamkeit angesichts des Klimawandels, Vater Alain aber fällt der Verzicht auf seine Gänseleberpastete schwer. Über all den „Trigger“-Worten findet der Film nie einen glaubwürdigen Feiertags-Rhythmus, sondern zerfällt willkürlich in Essens- und Streitszenen. Gleichzeitig wird versucht, durch übermäßige Anhäufung von Konflikten – ein politischer Rivale macht Carole das Bürgermeisteramt streitig, die Nachbarin macht Alain schöne Augen, Tochter Sarah ist schwanger – in Spannung zu halten, was sich bereits nach 20 Minuten totgelaufen hat.
Komödie F 2024, 90 min., von Jeanne Gottesdiener, mit Didier Bourdon, Noémie Lvovsky, Christophe Montenez


