Helena Mälck
Wie macht man weiter, wenn der große Traum plötzlich platzt? Der elfjährige Dylan (Maik Cillekens) und sein bester Freund Youssef (Anouar Kasmi) träumen davon, Fußballstars zu werden. Doch dann gerät Dylan beim Spielen vor ein Auto. Die Folge: Er sitzt im Rollstuhl, kann nicht nicht mehr laufen, schon gar nicht Fußballspielen. Statt sich in traurigen Momenten zu verlieren, ist der Film „Bleib am Ball“ jedoch überraschend positiv. Dylan akzeptiert sein Schicksal nicht, ist optimistisch und kämpft sich zurück auf den Fußballplatz.
Die Kamera ist oft auf Augenhöhe mit Dylan
Mit seinem Rollstuhl stellt er sich ins Tor, es scheint zu funktionieren. Als es dann aber wirklich ums Spiel geht, ist er nur ein kleiner Punkt in dem riesigen Tor. Er hat keine Chance. Camiel Schouwenaars Film beschönigt nichts, Dylan ist durch seine Behinderung nicht so gut wie die anderen. Mithilfe des coolen Mädchens Maya (Kailani Busker) lernt er aber, mit den Händen Fußball zu spielen. Als Zuschauer hat man das Gefühl, seine Perspektive direkt mitzuerleben. Weil die Kamera oft auf seiner Augenhöhe eingestellt ist.
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Der Film, der, unter anderem, beim Internationalen Kinderfilmfestival Schlingel 2022 als „Bester europäischer Kinderfilm“ ausgezeichnet wurde, wirkt authentisch. Kein Wunder, ist die Geschichte doch von Ko-Autor Job Tichelmann inspiriert. Wie Dylan saß er als Kind im Rollstuhl und träumte davon, Fußball zu spielen. Letztlich gelang es ihm, vollwertiger Teil der Fußballmannschaft zu werden.
Beim Sport geht es nicht ums Gewinnen, sondern um Freundschaft
Durch seine Freundschaft mit Youssef und seinem Ehrgeiz wird auch Dylan Teil des Teams – obwohl er natürlich nicht die gleichen Leistungen erbringen kann. Am Ende wirft der Film die Frage auf, worum es beim Sport geht - ums Gewinnen oder um Freundschaft? Berührend, emotional und ermutigend.
Komödie, NL/D 2022, 90 min., von Camiel Schouwenaar, mit Maik Cillekens, Anouar Kasmi


