Die Zeiten, als Gespenstern das Menschen-Erschrecken als Lebensinhalt genügte, sind lange vorbei. Heute findet ein Geist wie die 13-jährige Elli das Durch-die-Wände-Gleiten eher öde, sie sehnt sich nach Familie und Harmonie. Und richtig gruselig wird sie nur, wenn sie so richtig wütend wird. Wie ein Mensch halt.
„Elli - Ungeheuer geheim“: Abnormale werden eingesperrt
Leider wird sie von außen als „Abnorme“ wahrgenommen, auf die kleine Drohnen Jagd machen. Von denen aufgesaugt, landen Kürbismenschen, Vampire und andere Monster eingesperrt in einem magischen Turm. Darunter Ellis Onkel Chamberlain, den das Geistermädchen sucht.
Auch spannend: Ein Kinderfilm zum Thema Abschiebung
„Elli – Ungeheuer geheim“, basierend auf dem gleichnamigen Buch von Klaus Baumgart („Lauras Stern“), erzählt im Gewand eines Animationsfilms eine Coming-of-Age-Geschichte. Über Identität und Individualität, über innere Werte hinter abstoßendem Gewand und das Lob der Familie.
Die findet Elli bei ihrer Suche in drei Monstern, die sich vor den Jagddrohnen in den Katakomben einer Geisterbahn verstecken. Dem Vampir Vangrufti, der Yetifrau Martha und dem Knarf Frankenstein hat das Leben bislang schlecht mitgespielt. Und wie Elli sie nun mitreißt und zu ihrer wahren Bestimmung bis zum Happyend führt, ist anrührend zu sehen.
Auch spannend: Ein Animationsfilm ohne Dialoge
Die Regisseure Jesper Møller („Der kleine Eisbär“) und Piet De Rycker („Mullewapp“) haben diese Entwicklungsgeschichte dabei in ein modernes Setting gestellt. Ihre Figuren jagen durch eine futuristische Stadt, die Metropolis ähnelt, mit glitzernden Wolkenkratzern, ultraschmalen Autos und Totalen aus der Drohnen-Perspektive.

Donnerstag
Der Wochenend-Newsletter der Berliner Morgenpost
Bestellen Sie hier den wöchentlichen Newsletter mit Tipps zum Wochenende in Berlin
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
So wird der Geisterfilm fantasievoll entstaubt. Selbst ein Vampir ist hier als Vegetarier unterwegs. Neue Zeiten also für alte Monster. Einfach ungeheuerlich.
Animationsfilm, Deutschland/Kanada 2024, 90 min., von Jesper Møller, Piet De Rycker





