Er ist unverkennbar: Mit Skibrille und Vokuhila kommt Ski Aggu am Montagabend auf die Bühne der Columbiahalle gelaufen und löst allein durch seine einzigartige Erscheinung einen ohrenbetäubenden Jubel aus.

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Der Berliner Rapper ist eben einfach ein Phänomen, der „die Vision hatte, wie in Mathe“, wie er sogleich zu singen anfängt. Mit dem gängigen Lied „Broker“ holt Ski Aggu, bürgerlich August Jean Diederich, das Publikum von der ersten Sekunde seines Release-Konzertes an ab: Die Fans springen im Takt des dröhnenden Elektrobeats und der flackernden Strobolichter, während sie lauthals den Text mitgrölen.

„Ich habe Gänsehaut, Berlin“, ruft Ski Aggu dem Publikum zu, bevor er – wie sollte es auch anders sein – sein Lied „gensehaut“ anrappt. Bei dem Song seines neu releasten Albums „denk mal drüber nach…“, kommt zwar wie so oft bei Ski Aggu der Eindruck auf, als hätte er völlig drauf einfach irgendwelche Freestyle-Raps rausgehauen, aber genau das macht seine Musik schließlich so fesselnd wie einzigartig. 

Ski Aggu in Berlin: Die Fans drehen durch

Ski Aggu in der Columbiahalle in Berlin
Am Montagabend trat Ski Aggu in der Columbiahalle in Berlin auf.© Clara Andersen | Clara Andersen

Dem Berliner Publikum muss man das aber natürlich nicht erklären; ganz im Gegenteil: Schon bei seinen nächsten Liedern „Maximum Rizz“ und „vodka soda“ drehen die Zuschauer „komplett durch“. Schließlich hatte Ski Aggu darum bereits am Nachmittag auf Instagram gebeten und dazu aufgefordert, alles, was „nicht niet und nagelfest ist, auf stage zu werfen“.

Auch dieser Bitte kommen die Fans voller Euphorie nach und werfen verschiedenste Klamotten auf die Bühne – die inzwischen ohnehin völlig durchgeschwitzt sein dürften. Bei „Friesenjung“, dem Cover des ursprünglichen Liedes von Otto Waalkes zur Melodie von Stings „Englishman in New York“, könnte die Stimmung dann nicht besser sein. Umgeben von Zigarettenqualm und Ski- und Sonnenbrillen tragenden, tanzenden Jugendlichen fühlt man sich wie mitten auf einer Hausparty, die kurz vorm Eskalieren ist – im positiven Sinne.

Weiter geht‘s mit „nicht nachmachen!!“ und „mietfrei“, die zur Abwechslung sogar mal etwas ruhiger sind, sodass das Publikum die Handytaschenlampen zückt und sie bedächtig im Takt schwingt.

„Danke Berlin, ich liebe euch“

Ski Aggu in der Columbiahalle in Berlin
Ski Aggu begeisterte die Fans in Berlin.© Clara Andersen | Clara Andersen


Aber genug der Erholung. Ski Aggus Lieder, die sich durch den elektronischen Vibe alle ziemlich ähneln, sind schließlich nicht dazu da, um damit auf der Couch wegzudösen. Auf die Idee würde bei den darauffolgenden Hits „Anders“ , „Tour de Berlin“ und „Party Sahne“ aber auch niemand kommen. Bei den gleichermaßen kuriosen sowie gängigen Lyrics „D-D-D-Disco, Party Sahne, Disco, Disco, Party Sahne / Ich bin so wie eine Sonnenbrille, bin auf Nase (drauf) / Wilmersdorf ist so wie K, ich bring‘ es auf die Karte (Aggu)“ und dem rhythmischen House-Beat geben die Zuschauer noch einmal alles. „Danke Berlin, ich liebe euch“ sagt Ski Aggu daraufhin sichtlich gerührt.

Da der Rapper aber nicht nur Musiker und TikToker ist, sondern bekanntermaßen 2025 als Bundeskanzler kandidieren möchte und somit quasi Politiker in spe ist, äußert der Berliner sich dazu natürlich auch am Montag: „Ich habe zwar keinen blassen Schimmer von Politik. Aber ich schlage vor, ihr schickt mir einfach auf Insta eure Gesetzentwürfe und dann stimmen wir gemeinsam ab“ schlägt Ski Aggu seinen Fans vor und heizt die ohnehin schon jubelnde Menge mit „fick die AfD“-Parolen weiter an. 

Danach wird sich dann aber wieder der Musik zugewandt und zum Schluss darf das Publikum sich sogar noch ein zweites Mal über „Friesenjung“ freuen. So viel steht fest: Wer danach noch mit trockenem T-Shirt die Halle verlässt, hat irgendetwas falsch gemacht.