„Bereite Abschluss vor“ sagt eine blecherne Computerstimme, während die Bildschirme einen Roboter-Cro zeigen, der vom Weltall aus auf die Wuhlheide zufliegt. „3,2,1…“, leuchtet es den Fans entgegen und dann ist es soweit: Von Feuerfontänen umgeben kommt der deutschsprachige Sänger Carlo Waibel alias Cro am Sonnabend auf die Bühne der Wuhlheide gerannt.

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Als keine Sekunde später Cros weiche Stimme und der majestätische Bläser-Sound von „I can feel it“ ertönt, fühlen es wohl alle Fans im wahrsten Sinne des Liedes. Die überwiegend weiblichen, 10 bis 30-jährigen Fans schwingen die Hüften und springen vor Freude in die Luft als der Sänger mit der Pandamaske ohne Pause mit dem Song “Hi Kids” weitermacht.

Das Dauer-Filmen der Fans trübt die Stimmung

Ein bisschen Zeit scheinen die Fans dann aber doch zu brauchen, um so richtig warm zu werden. Die nächsten Lieder plätschern so dahin, ohne die Stimmung an ihre Grenze zu bringen. Während Cro also die teils eindimensionalen, leicht kitschigen Texte von „Genau so” und „Hey Love“ singt, schwingen auf der Bühne weiß-grüne Plastikblumen hin- und her und vervollständigen das Bild von Cros so oft besungenem Hedonismos. 

Vielleicht hängt die moderate Stimmung aber auch damit zusammen, dass in den ersten fünfzig Reihen ausnahmslos jeder und jede - zumindest gefühlt - pausenlos das Handy in die Höhe hält, um den Rapper mit der Pandamaske zu filmen. “Nehmt doch mal die Handys runter” meint daher sogar ein Fan. Und vielleicht nervt das Gefilme ja auch Cro. Als er kurz darauf jedenfalls dazu auffordert, über dem Kopf den Rhythmus von „Du“ mitzuklatschen, sind die Fans gezwungen, sich voll und ganz auf das Konzert zu konzentrieren.

Carlo Waibel: "Das ist das beste Konzert der Welt"

Und das scheint von da an dann auch zu funktionieren: Bei älteren Hip-Hop-Hits wie „Dein Song“ und neueren Rap-Liedern wie „Blessed“ kommt endlich so richtig Stimmung auf, sodass Cro danach sogar ruft: “Das ist das beste Konzert der Welt” 

Naja, lieber Cro, bezogen auf die erste halbe Stunde des Konzertes ist das wohl eine leichte Übertreibung. Aber ab diesem Moment passt die Bezeichnung schon eher, denn nun geht es erst richtig los: Mit Songs aus seinem neuesten Album "11:11" wie „Facetime Luv“ sorgt Cro für eine euphorisch-coole Atmosphäre und bringt die Fans zum Kreischen.

Die gesamte Wuhlheide singt Cros Ohrwurm-Melodien

Durch die anschließende „Zeitreise“ - wie Cro es bezeichnet - und Liedern wie „Hey Girl“, "Einmal um die Welt" und „Bad Chick“ wird jeder Song zu einer Flashback-Party des Jahres 2014. Die Ohrwurm-Melodien werden von der gesamten Wuhlheide gesungen und Cro verkündet freudestrahlend, dass „auf Berlin Verlass ist“. 

Na, dann kann die 11:11 Open-Air-Tour ja jetzt so richtig losgehen. Schließlich war das Konzert in der Wuhlheide das erste der aktuellen Tour und  - trotz des ruhigen Anfangs - laut Cro „richtig geil“.