Es wird dunkel im Saal, Fans schreien auf und dann kommt Lukas Graham völlig lässig auf die Bühne geschlendert. Soulig, funkig und ein bisschen poppig empfing die dänische Musikgruppe ihre Fans am Sonntagabend in der Verti Music Hall. Schnell war klar: Sie sind gekommen, um Musik zu machen und nicht, um große Reden zu schwingen. Beginnend mit dem Song „Happy Home“ spielten sie – immer wieder gefolgt von lautem Applaus – ohne lange Pausen ein Lied nach dem anderen.

Donnerstag
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Anders als man vielleicht erwarten könnte, ist Lukas Graham kein Solokünstler, sondern eine aus Dänemark stammende Band, die ihren Durchbruch 2015 mit dem Lied „7 Years“ schaffte. Die letzten vier Jahre ist es um die dänische Musikgruppe jedoch still geworden. Aber im Januar diesen Jahres meldeten sie sich mit ihrem neuen Album „The Pink Album“ zurück. Wie die anderen Alben auch, zeigt das Cover eine nackte, von Weinflaschen umgebene Frau. Dieses Mal in pink. Bei den vorherigen Alben war das gleiche Bild in gelb, blau und lila zu sehen. Klingt anrüchig, wirkt aber auf eine Art und Weise beruhigend, authentisch und vor allem zu der Musik von Lukas Graham passend.
Groovende Gitarrenklänge und soulig-tiefe Stimme von Lukas
Die Band selbst bezeichnet diese als „Ghettopop“. Diese Beschreibung trifft es vermutlich ganz gut, denn dass Lukas Graham nicht einfach nur langweiligen Mainstream-Pop zu bieten haben, stellten sie Sonntag auf jeden Fall unter Beweis. Die groovenden Gitarrenklänge und die soulig-tiefe Stimme von Frontsänger Lukas Forchhammer harmonierten in Liedern wie „Take The World by Storm“ perfekt und ließen das Publikum jubeln. Erst nach zwanzig Minuten machte die Band deswegen überhaupt das erste Mal eine kurze Pause, um ihre Fans zu begrüßen. „Es ist so schön, zurück in Berlin zu sein, meine Damen und Herren“, sagte Forchhammer und setzte in Begleitung seiner Band sogleich zu dem nächsten Lied „Drunk in The Morning“ an. Während er mit einem verschmitzten Grinsen im Gesicht also davon sang, dass alle Mädchen hübsch seien, wenn man betrunken ist, warf er spielerisch sein Mikrofon in die Luft und brachte die weiblichen Fans zum Kreischen.
„Jetzt spielen wir Euch ein paar Lieder unseres neuesten Albums“, verkündete Forchhammer kurz darauf. Dem Namen des Albums entsprechend flackerten die Lichter deswegen pink, während Lieder wie „Lie“, „Share That Love“ und „Wish You Were Here“ ertönten. Doch nicht erst bei dem Pinken Licht, sondern auch bei den durchgehend bunt flackernden Lichter vorher hatte Lukas Graham es wohl etwas gut gemeint: Die Lichter waren so grell, dass man in regelmäßigen Abständen immer wieder zugekniffene Augenpaare in der Menge sah. „Können die mal bitte nicht so mit dem Licht übertreiben?!“, meinte eine Zuschauerin deswegen leicht genervt zu ihrer Freundin. Doch bei solch guter Musik verzeiht man wohl auch ein paar gereizte Augen. Das zumindest, sagte der 34-jährige Jan, ein andere Fan.
Zum Schluss wurde es bei Lukas Graham Liedesliedern wie „Love Someone“ und dem an Forchhammers Vater gerichteten „You‘re Not There“ dann noch einmal etwas sentimentaler und - den Lichttechnikern sei Dank- auch etwas dunkler. Schließlich forderte Frontsänger Forchhammer dazu auf „richtig Party zu machen“. Das nahmen sich die Fans bei dem Hit „7 Years“ schon sichtlich zu Herzen, setzen aber noch einen drauf als Forchhammer bei „Strip No More“ sein T-Shirt auszog und oben-ohne tanzend das – trotz greller Lichter – sehr gut gelaunte Publikum verabschiedete.




