In einer Weltlage, für die es keinen Vergleich gibt, versammeln sich in Berlin Künstler und Kulturmacher zu einem Programm, wie es es zuvor nie gab. Die Neuen Nationalgalerie wird an diesem Wochenende 36 Stunden lang zur offenen Bühne für künstlerische Darbietungen aller Art. Die Aktion „Our Space to Help“ beginnt am Sonnabend um zwölf Uhr.

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Bildende Künstler, Musiker und Schauspieler haben für das fast zwei Tage und zwei Nächte währende Ereignis ihr Kommen angekündigt. Zudem wird es ein offenes Mikrofon geben, an dem auch Besucher ihre Gedanken zur Invasion in der Ukraine, zu Politik und Frieden äußern können. Zentrales Ziel dabei ist es, in Kooperation mit dem „Be an Angel e.V.“ Spenden zu sammeln.

„Wir alle sind angegriffen“

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sagte, die Aktion der Neuen Nationalgalerie wolle den Geflüchteten aus der Ukraine helfen. „Wir wollen Geld sammeln und all die Dinge, die es braucht, damit die Geflüchteten mit der Heimat kommunizieren können. Nicht nur sie sind angegriffen, wir alle sind angegriffen.“

„Our Space to Help“ sei da ein Bekenntnis zu einem freien, demokratischen Europa. Parzinger würdigte jene russischen Intellektuellen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft, die sich jetzt gegen den Krieg wenden, obwohl „auch sie dafür mit Repressionen eines diktatorischen Staates rechnen müssen“.

Mehrere Stunden im Haus

Eine Sprecherin der Neuen Nationalgalerie sagte, dass für den Besuch der Ausstellungen im Untergeschoss am Sonnabend die üblichen Eintrittspreise gelten. Am Tag darauf allerdings sei „Museums Sonntag“, wie stets am ersten Sonntag im Monat – die Tickets sind also kostenlos. Im Obergeschoss gilt freier Eintritt.

Da zu erwarten ist, dass Besucher mehrere Stunden im Haus bleiben, ist für schnelle Verpflegung gesorgt. Vor der Tür können Gäste am Foodtruck Imbisse kaufen.

Sondertermin mit Michel Friedman

Das Berliner Ensemble meldete indes, im Theater werde als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine jener Vorhang wieder installiert, den der einstige Hausherr und Dramatiker Bertolt Brecht 1954 als Mahnung gegen den Krieg aufhängen ließ. Dieser zeigt Pablo Picassos berühmte Friedenstaube. Nach jeder Vorstellung werden darüber hinaus jetzt Spenden gesammelt.

Für den kommenden Montag ist ein Sondertermin der Interview-Reihe „Friedman im Gespräch“ angesetzt. Dabei diskutiert Michel Friedman mit der Fraktionsvorsitzenden der Partei Die Linke, Amira Mohamed Ali, Markus Kaim vom Deutschen Institut für Politik und Sicherheit und Deniz Yücel, Präsident des PEN Zentrums Deutschland, über den Krieg in der Ukraine.

Vorverkauf gestartet

Gastgeber Friedman fragt dann unter anderem: Welche Verantwortung tragen wir? Was können wir tun? Was hätten wir tun müssen? Was bedeutet der Krieg für Deutschland? Stehen wir am Beginn einer Zeitenwende? Müssen unsere internationalen Bündnisse und Beziehungen überdenken? Braucht es eine andere Sicherheitspolitik? Was nützt Diplomatie? Der Vorverkauf hat begonnen.

Neue Nationalgalerie, Potsdamer Straße 50, Tiergarten, Eintritt zu „Our Space to Help“ in der oberen Ausstellungshalle frei, Eintritt in die Ausstellungen: 12 Euro, ermäßigt 6 Euro. Am Sonntag, 6. März ist der Eintritt frei. Berliner Ensemble, Bertolt-Brecht-Platz 1, Mitte, „Friedman im Gespräch“ am 7. März um 20 Uhr im Neuen Haus. Karten 16 Euro, berliner-ensemble.de