Der Gedanke liegt nahe, dass nach der langen Reihe an Filmen, die den Riesenaffen King Kong wieder belebt haben, und der noch längeren Reihe, in der die Riesenechse ihr Unwesen treiben durfte, der Erzählstoff langsam rar werden müsste. Aber das Gegenteil ist der Fall: „Godzilla x Kong: The New Empire“, eine direkte Fortsetzung zu „Godzilla vs. Kong“ von 2021, leidet eher unter einem Zuviel an Ideen als unter zu wenig.
Das Colosseum in Rom als Hundekissen von Godzilla
Schon die Prämisse ist voraussetzungsreich: Um weitere Auseinandersetzungen zwischen den Giganten zu vermeiden, hat man Kong ins Erdinnere, in die Sphäre namens „Hollow Earth“ gelockt. Dort wird der Primaten-Gigant nun von anderen Wesen einer alternativen Evolutionsgeschichte gejagt, kann sich aber mit seinem quasi-menschlichen Selbstbewusstsein ganz gut behaupten – bis ihn ein entzündeter Zahn fast außer Gefecht setzt.
Godzilla währenddessen befreit auf der Erdoberfläche so manche Stadt von Monsterwesen, sorgt dabei aber immer wieder für erheblichen Sachschaden. Aktuell bangt Rom um seine antike Gebäude-Substanz, denn das Echsenmonster hat es sich im Colosseum gemütlich gemacht, ganz so als handle es sich um sein persönliches Hundekissen.
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Den Überblick über die Monsterlage muss derweil Doktor Andrews (Rebecca Hall) behalten. Dann mehren sich Notsignale aus den Tiefen der Hollow Earth, auf die sowohl Kong als auch Godzilla reagieren. Um zu begreifen, was vor sich geht, und vor allem, um es dem Zuschauer zu erklären, macht sich Andrews zusammen mit Adoptivtochter Jia (Kaylee Hottle), dem Podcaster Bernie (Brian Tyree Henry) und dem „Kaiju-Veterinärmedizinier“ Trapper (Dan Stevens) auf ins Erdinnere.
Freche Filmzitate von „Planet der Affen“ bis „Indiana Jones
Dort stoßen sie auf „Skar King“, ein weiteres Affenmonster, der als gewalttätiger Tyrann nicht nur die dortige Affenpopulation unterdrückt, sondern sich eine eigene Riesenechse hält. Im Showdown, der vor der pittoresken Kulisse Rio de Janeiros stattfindet, schlagen sich diesmal also Affe und Echse im gemischten Doppel.
Die Freunde des Genres kommen bei alledem gut auf ihre Kosten. Vergnüglich sind einmal mehr der frechen Filmzitatenmix: fröhlich begegnen sich hier Vietnamkriegs-Motive mit solchen aus „Indiana Jones“, Jules Verne und dem „Planet der Affen“. Und wie gesagt, sowohl zur Entwicklung der Monster als auch der der Menschen legt der Film interessante Spuren aus, für die zwischen den Spezialeffekten aber leider kaum genug Zeit bleibt.
Fantasy, USA 2024, 115 min., von Adam Wingard, mit Rebecca Hall, Brian Tyree Henry, Kaaylee Hottle, Dan Stevens


