Es war ein Fall, der einem noch heute die Haare sträuben lässt: 1990 tötete der Sadomasochist Lutz Reinstrom aus dem bürgerlichen Hamburger Stadtteil Rahlstedt mindestens zwei Frauen, zersägte sie und versteckte die Leichenteile in Säurefässern im Garten.
„Die Unsichtbaren“: Kampf gegen Männer der Mordkommission
Dass der unauffällige Kürschnermeister gefasst wurde, war der Beharrlichkeit der Ermittlerin Marianne Atzeroth-Freier zu verdanken, die sich nicht nur mit der Komplexität eines Falles befassen musste, der mit einer harmlosen Vermisstenmeldung begann – sondern sich als einzige Frau in der Mordkommission gegen patriarchalische Strukturen am Schreibtisch wehren musste.
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Dass Matthias Freier in seinem packenden Dokumentarfilm „Die Unsichtbaren“ den Fall noch einmal aufrollt, hat zunächst persönliche Gründe: Die 2017 gestorbene Ermittlerin ist seine Stiefmutter. Dazu lebt sein Film wie alle guten Krimis von der Veranschaulichung menschlicher Abgründe.
„Die Unsichtbaren“: Ein Hauch von „Aktenzeichen XY ungelöst“
Dazu tastet sich der Film zunächst in Aktenzeichen-XY-Manier heran. Eine Frau verschwindet, eine irgendwie bekannte Stimme tönt vom Kassettenrecorder. Je mehr wir erfahren, umso rätselhafter wird es. Dann der Auftritt der Kommissarin (gespielt von Angelina Häntsch). Zeugenbefragungen, Spurensuche. Auch sie ein Mysterium in ihrer Beharrlichkeit.
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Die Größe des Films besteht darin, dass er Unsagbares begreifbar macht. Hier die Dämonie des Mörders, der seinen Sadismus hinter Jovialität versteckte. Dort die Durchsetzungskraft einer Frau, die nicht wahrgenommen wird.
Puzzleteil für Puzzleteil bildet sich so zwischen Archivaufnahmen und Zeitzeugen-Statements das stimmige Gesamtbild eines spektakulären Mordfalls.
Dokumentarfilm D 2024, 102 min., von Matthias Freier


