Am Wochenende schon was vor? Vielleicht endlich die Dauer-Blockbuster „Barbie“ und „Oppenheimer“ im Zoo Palast anschauen? Die deutsche Romantikkomödie „Trauzeugen“, „Retribution“, den neuen Action-Knaller mit Liam Neeson, oder den amerikanischen Psycho-Thriller „Catch The Killer“ als Vorpremiere in den fünf Berliner Cinestar-Kinos erleben?

Sich eher etwas Familienfreundliches wie „Der Super Mario Bros. Film“ oder die Komödie „Enkel für Fortgeschrittene“ in den drei Berliner UCI-Kinos aussuchen oder „Neue Geschichten vom Franz“ im Filmkunst 66? Oder mal einfach einen Klassiker auf großer Leinwand wiedersehen wie Stanley Kubricks Meisterwerke „The Shining“ oder „2001: Odyssee im Weltraum“?

Könnte an diesem Wochenende – trotz des herrlichen Wetters – attraktiv sein. Denn „Das Kinofest“ (www.daskinofest.de) sorgt dafür, dass alle Filme in allen beteiligen Kinos am 9. und 10. September nur fünf Euro kosten. Und damit die Hälfte des durchschnittlichen Kinopreises, der im ersten Halbjahr 2023 laut Filmförderungsanstalt (FFA) bei 10,06 Euro lag.

„Das Kinofest“: Bundesweite Feier in rund 760 Filmtheatern

Womit wir schon beim offiziellen und irgendwie ernsten Hintergrund des Kinofestes liegen, das in dieser Form übrigens zum zweiten Mal stattfindet. Mit rund 760 Kinos nehmen fast 90 Prozent aller Filmtheater in Deutschland teil. In Berlin sind 45 Kinos mit dabei – acht mehr als im Vorjahr. Vom Babylon Berlin bis zum Thalia Kino, vom Intimes bis zu den Yorck-Kinos.

Es gilt nämlich, nach dem coronabedingten Besuchereinbruch mit Maskenpflicht, Schachbrettmuster-Belegung und Testpflicht das Kino endlich wieder als Gemeinschaftserlebnis zu feiern.

Mit fremden Menschen, die sich beim gemeinsamen Lachen in die Augen schauen können; mit der Familie wieder unbeschwert gemeinsam ausgehen zu können. Zusammen in das Dunkel des Filmtheaters eintauchen und die Magie des Kinos auf großer Leinwand erleben zu können. Was war noch mal Streaming? Netflix? Der Laptop zu Hause?

„Das Kinofest“: 1,1 Millionen Besucher kamen 2022

„Mit dem Kinofest wollen die Kinos sich und ihr Publikum feiern“, sagt denn auch Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des mitveranstaltenden HDF KINO e.V, dem Hauptverband Deutscher Filmtheater, der mit mehr als 600 Mitgliedsunternehmen fast 80 Prozent der deutschen Leinwände bespielt.

„Das große Vorbild dafür ist die sehr erfolgreiche ‚Fête du Cinéma‘ in Frankreich, die es inzwischen seit ungefähr 15 Jahren gibt. Spanien hat es übernommen, England und die Schweiz. Und im letzten Jahr war es dann endlich auch bei uns so weit: Wir wollten den Menschen nach der Pandemie wieder zeigen, wie toll Kino ist. Und es war so toll: Wir haben 1,1 Millionen Besucher ins Kino locken können, und dieses Jahr machen wir es einfach noch mal“, heißt es vom HDF weiter.

„Das Kinofest“: Ministerpräsidenten als Paten

Und da macht gleich die ganze Filmwirtschaft mit: Auch der Bundesverband Kommunale Filmarbeit, der Verband der Filmverleiher und die AG Verleih sind als Veranstalter dabei. Unterstützt wird „Das Kinofest“ von der Filmförderungsanstalt (FFA) und einigen Länderförderungen. Die Kosten werden zur Hälfte durch diese Förderungen und zur anderen Hälfte von den Kinos selbst getragen.

Da lässt sich auch die Politik nicht lumpen, die prominente Paten in die Kinos schickt. Mit Daniel Günther (Schleswig-Holstein) und Anke Rehlinger (Saarland) geben zwei leibhaftige Ministerpräsidenten in ihren Bundesländern den Startschuss, in Berlin wird der Senat durch Florian Graf, den Chef der Senatskanzlei, vertreten.

„Das Kinofest“: 26 Prozent mehr Tickets verkauft als 2022

Dabei geht es schlichtweg um die Feier einer Branche, die extrem unter der Pandemie gelitten hat. So mussten die Kinos im Corona-Jahr 2021 gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 einen herben Besucherrückgang von 63 Prozent verkraften. „Leider wurden die Kinos nach der guten Wiedereröffnung am 1. Juli in der zweiten Jahreshälfte vielerorts wieder erneut ausgebremst“, sagte damals Christine Berg.

Diese Zeiten sollen nun endgültig vorbei sein. „Das Kino ist zurück“, jubelte denn auch FFA-Vorstand Peter Dinges zu den Ergebnissen der FFA-Kinobilanz für das erste Halbjahr 2023. Demnach wurden bis zum 30. Juni mit 45,2 Mio. Tickets 36,2 Prozent mehr verkauft als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs; der Verlust im Vergleich zum letzten vorpandemischen Halbjahr 2019 beträgt aber noch 15,7 Prozent.

„Das Kinofest“: Acht Millionen Tickets für drei Blockbuster

Noch. Denn: „In diesen Zahlen sind die sensationellen Ergebnisse von ‚Barbie‘, ‚Oppenheimer‘ und auch ‚Rehragout-Rendezvous‘, für die seit dem Beginn des zweiten Halbjahrs weit mehr als acht Mio. Tickets verkauft wurden, noch gar nicht enthalten“, ergänzt Peter Dinges. „Die Hoffnung, in diesem Jahr zu den Ergebnissen vor der Pandemie aufzuschließen, erscheint mir nicht als übertrieben optimistisch.“

Es gibt also durchaus Grund zu feiern – aber auch zur Vorsicht. Es gibt bereits erste Warnungen vor neuen Corona-Varianten, auch wenn Ärzte noch nicht zur Maskenpflicht raten. Umso mehr sollte man den Moment genießen. Vor Ort, im Kino.

„Das Kinofest: Gewinnspiel und Kinderfest

Und die geben sich an diesem Wochenende viel Mühe mit Zusatzangeboten. Diese reichen von besonderen Filmreihen oder Specials, Matineen, Klassikern, begleitenden Vorträgen und Diskussionsrunden über Unterhaltungsprogramme in den Foyers bis hin zu filmbezogenen kulinarischen Spezialitäten.

Also wie wäre es mit einer Hüpfburg beim Kinderfest im Cinestar Cubix am Sonntag vor dem „Lassie“-Film? Einem Sekt zum „Frühstück bei Tiffany“ im Kant-Kino? Oder einem Gewinnspiel im Cinemaxx, bei dem ein Ticket für 5,50 Euro für den nächsten Besuch zu gewinnen ist?

Mehr Infos und Tickets auf den Internetseiten der teilnehmenden Kinos, zum Beispiel: