Die Nachricht vom Tod unserer langjährigen Kollegin Gabriela Walde hat nicht nur die Mitarbeiter des Kulturressorts, sondern der gesamten Berliner Morgenpost traurig gemacht. Gabriela Walde, bis vor wenigen Jahren Redakteurin der Morgenpost, ist im Alter von 61 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Sie war eine Kollegin von einnehmender Freundlichkeit. Ihre Fähigkeit, gute Laune zu verbreiten, kam regelmäßig auch neuen Kollegen in der Redaktion zugute und half ihnen, sich im ungewohnten Arbeitsumfeld schneller zurechtzufinden.

Damit verbunden war eine ansteckende Begeisterungsfähigkeit für das Thema, für das sie jahrelang redaktionell zuständig war. Gabriela Walde liebte die Kunst und war in der Kunstszene der Hauptstadt sehr gut vernetzt. Wer heute ihre Texte liest und sie auf Terminen im Berliner Kulturbetrieb erlebt hat, der sieht sie gleich wieder vor sich, wie sie zum Beispiel vor Caspar David Friedrichs’ „Wanderer über dem Nebelmeer“ im Museum steht, sich vorbeugt, die Feinheiten des Pinselstrichs genau studiert, um danach bald lächelnd, bald scherzend ihre Beobachtungen mit anderen Menschen zu teilen.

Ein Mensch von großer Neugier und Offenheit

Das tat sie auch und besonders gern mit ihren Leserinnen und Lesern. 2018 waren unter dem Titel „Wanderlust“ in der Alten Nationalgalerie lauter Meisterwerke versammelt, die mit teils spektakulären Leihgaben Lust auf das Draußensein, auf die Natur weckten und zugleich ein Gefühl für die Vielfalt der Perspektiven auf die uns umgebende Welt vermittelten – Karl Friedrich Schinkel, Auguste Renoir, Ferdinand Hodler, Paul Gauguin, all die Säulenheiligen der Kunstgeschichte.

Das Thema traf einen Trend, wie Gabriela Walde damals notierte: „Heute sieht man so manches Stadtgirl auf Südtiroler Trails durch die Natur ziehen“, hieß es in ihrer Ausstellungsbesprechung. Und über Friedrichs’ „Wanderer“ schrieb sie: „Auf den Stock gestützt schaut der Mann in die Weite der im Nebel versinkenden dunklen Gipfel. Er hat einen eleganten Gehrock an, er passt nicht in die Gegend. Offenbar ein Städter, der über die Natur sinniert, über die Ewigkeit, die sich in dieser großartigen Landschaft offenbart.“

Vom „Stadtgirl“ bis zur „Ewigkeit“: Gabriela Walde, die zuletzt dann als Reporterin für Treptow-Köpenick arbeitete, hatte ein Gespür für Nuancen und begegnete den Menschen mit großer Neugier und Offenheit. Wir werden sie vermissen und in bester Erinnerung behalten. Ihren Angehörigen gilt unser Mitgefühl. Die Redaktion