Film

„Grump“: Wenn ein Finne den Escort-Service falsch versteht

Eberhard von Elterlein
Schwierige Sprache: Grump (Heikki Kinnunen) landet in Hamburg auf der Suche nach einem Ford Escort bei einem Escort-Service.

Schwierige Sprache: Grump (Heikki Kinnunen) landet in Hamburg auf der Suche nach einem Ford Escort bei einem Escort-Service.

Foto: Christine Schroeder / Arsenal Filmverleih

Der finnische Regisseur Mika Kaurismäki schickt einen trotzigen Alten auf eine skurrile Reise durch Deutschland: „Grump“.

Man muss sich Regisseur Mika Kaurismäki als einen großen Versöhner vorstellen: Ob Asiaten und Europäer („Master Cheng in Pohjanjoki“), Fremde in einer Kneipe („Eine Nacht in Helsinki“) oder ein einsamer Schotte in Los Angeles („L.A. Without A Map“) – in seinen tragisch durchsetzten Komödien finden die gegensätzlichsten Kulturen und Figuren stets in Harmonie zueinander.

„Grump“: Wiedersehen mit dem Bruder nach 50 Jahren

In „Grump“ wagt er sich nun in den intimsten zwischenmenschlichen Bereich. Seine verzweifelte Suche nach einem knallroten Ford Escort Jahrgang 1972 führt Grump (Heikki Kinnunen) vom ländlichen Finnland auf eine weite Reise nach Deutschland und tief in die Familiengeschichte – weil er dort nach 50 Jahren Bruder Tarmo (Kari Väänänen) wiedertrifft, der einst Bruder und Eltern im Stich gelassen hat.

Wie die beiden Brüder auf einem Roadtrip durch Hamburg, Köln und Magdeburg langsam zu sich finden, die Sprachlosigkeit ihrer Kinder hinterfragen und dabei alte Wunden für immer schließen, ist dabei sehr anrührend erzählt.

„Grump“: Alters-Trotz in sperriger Wintermütze

Kaurismäkis große Stärke ist es wie immer, allzu gefühlige Momente mit trockenem Humor aufzufangen. So spiegelt sich Grumps Alters-Trotz in sperriger Wintermütze, löst Kaurismäki sprachliche Missverständnisse (Escort-Service in Hamburg!) lustig auf, liebt er das Absurde im Abgründigen. Ob traurige Alte, verzweifelte Söhne oder praktische Mütter: Dieser Mann liebt seine Figuren. Kein Wunder, dass er sie miteinander versöhnen will!

Komödie F/D 2022 109 min., von Mika Kaurismäki, mit Heikki Kinnunen, Kari Väänänen, Rosalie Thomass