Erstmal ausschlafen, ist die Antwort von Peter (Stefan Kurt), als er an seinem letzten Arbeitstag den Schreibtisch räumt und die Kollegin fragt, was er mit seiner freien Zeit jetzt vorhabe. Doch schon am nächsten Tag, musikhörend auf der Couch, stellt ihm seine Frau Alice (Esther Gemsch) den Staubsauger vor die Nase, ab sofort wird die Hausarbeit gerecht geteilt.

Auch sonst ist es mit dem Ruhestand nicht weit her im Film „Die goldenen Jahre“. Alice freut sich auf die gemeinsame Kreuzfahrt durchs Mittelmeer, die ihre Kinder den beiden zu Peters 65. Geburtstag geschenkt haben. Peter hätte die Reise am liebsten gleich umgetauscht und hat nun seinen besten Freund, den frisch verwitweten Heinz (Uelie Jäggi) mitgebracht, sehr zum Verdruss von Alice, die sich auf die Zweisamkeit gefreut hat.

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Sie denkt an Magalie, ihre kürzlich verstorbene beste Freundin, die ihr kurz vor ihrem Tod eine jahrelange Affäre mit einem Franzosen gestand. In Marseille beschließt Alice spontan, nicht wieder an Bord zurückzukehren, und macht sich auf die Suche nach dem mysteriösen Liebhaber. Und getrennt voneinander stellen die Eheleute fest, dass sie so gar nicht mehr dieselben Vorstellungen vom Leben haben und jeder für sein eigenes Glück verantwortlich ist, erst recht im besten Alter.

Was wie eine gefällig inszenierte und gemächlich dahinplätschernde Komödie beginnt, verhandelt so durchaus ernsthafte Themen und begegnet seinen Figuren auf Augenhöhe. Damit traf „Die goldenen Jahre“ beim Publikum in der Schweizer Heimat einen Nerv, dort wurde es der erfolgreichste Kinofilm seit Beginn der Pandemie.

Tragikomödie CH/D 2022, 92 min., von Barbara Kulscar, mit Esther Gemsch, Stefan Kurt, Ueli Jäggi