Dieser wunderbare Film trifft so genau mitten hinein in das Herz seiner heranwachsenden Zuschauer, dass es eine wahre Freude ist. Hier das 17-jährige Mauerblümchen Suzu mit dunklen, kurzen Haaren, das gerade seine Mutter und somit seine wunderbare Sing-Stimme verloren hat und heimlich die Schulschönheit Ruka und die smarte Sportskanone Kamishin anschmachtet.
Dort die langhaarige Prinzessin Bell mit blauen Augen, Sommersprossen und verführerischer Stimme, die vor 200 Millionen Zuschauern mit bunten Delfinen in einer riesigen Kristallkugel tanzt.
„Belle“: Tanz im Schloss wie bei Disney
Der Clou: Es handelt sich um dieselbe Person. Denn Bell ist der Avatar von Suzu, die nach Preisgabe ihrer biometrischen Daten in das Metaverse „U“ eintaucht, ein Paralleluniversum voller Farbexplosionen, geometrischer Figuren und anderer Avatare, die erst zurückhaltend und dann begeistert Bell in ihre Gemeinde aufnehmen, bis ein Drache Bells Auftritt stört.
Die macht sich alsbald auf die Spuren des Störenfrieds, entdeckt sein Schloss, seine wahre Identität – und die erste Liebe.
Ganz offen zitiert Regisseur Mamoru Hosoda dabei „Die Schöne und das Biest“, den legendären Disney-Film von 1991. Vor allem die damals so revolutionäre, rein computergenerierte Tanzszene im Schloss erlebt hier eine wunderbare Wiederauferstehung. Aber wie in vielen Animes geht es auch in „Belle“ um viel mehr: Traumabewältigung, Anerkennung und Selbstbildnis in Zeiten von Instagram und TikTok! Fazit: Tip Top!


