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Chefdirigent Kirill Petrenko steht häufiger am Pult

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Volker Blech
Kirill Petrenko ist Chefdirigent der Berliner Philharmoniker.

Kirill Petrenko ist Chefdirigent der Berliner Philharmoniker.

Foto: Sophia Kembowski / dpa

Chefdirigent Kirill Petrenko leitet zwei Konzerte in der Waldbühne. Die Philharmoniker wollen in eine neue Normalität zurückkehren.

Das Bemerkenswerteste an der Saisonvorschau der Berliner Philharmoniker ist die starke Präsenz und Handschrift des Chefdirigenten Kirill Petrenko. Aufgelistet sind 35 Konzerte, vier Opernaufführungen und acht konzertante Opernaufführungen, zwei Familienkonzerte sowie zwei Konzerte in der Waldbühne. Ja, es sind gleich zwei der populären Waldbühnenkonzerte geplant. „Ich werde diesen Ort sehr gründlich kennenlernen“, sagte Petrenko bei der Pressekonferenz in der Philharmonie am Montag.

Noch in dieser Spielzeit wird es als Pilotprojekt für 6100 Besucher am 26. Juni ein Waldbühnen-Konzert unter Leitung von Wayne Marshall geben. Bereits am 26. August folgt das „Welcome Back – Konzert in der Waldbühne“. Petrenko dirigiert Werke von Weber, Hindemith und Schubert. Zum Saisonende, am 25. Juni 2022, sind Open Air dann Werke von Ljadov, Rachmaninow und Mussorgsky angekündigt. Daniil Trifonov spielt als Klaviervirtuose in der Waldbühne. Deutlich erkennbar im Saisonprogramm: Der im russischen Omsk geborene Chefdirigent Petrenko setzt seinen Schwerpunkt mit russischer Musik fort.

Petrenko erzählte am Montag vom „Spielen in einer Blase“ während der Pandemie. Beim Pilotprojekt in der Philharmonie, als erstmals wieder Publikum zugelassen wurde, „haben Kollegen geweint als sie auf die Bühne kamen“, so Petrenko. Jetzt müsse man sich wieder daran gewöhnen, wie es früher war. Der Chefdirigent meint, durch die konzentrierten Proben im Lockdown sei er den Musikern näher gekommen als normalerweise möglich. „Sie haben mitbekommen, was mir wichtig ist. Welche Latte wir anlegen.“

„Der wichtigste Teil unserer Arbeit“, betonte Petrenko, „ist die Arbeit am Kernrepertoire.“ Es geht um klassisch-romantische Werke. Darüber hinaus will Petrenko im Juni Werke von jüdischen Komponisten vorstellen. Es gehe nach den Anschlägen auf Synagogen darum, so Petrenko, sich gegen Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus zu stellen.

Die Philharmoniker spielen insgesamt 101 Symphoniekonzerte, zwölf Opernaufführungen sowie zwei Familienkonzerte. Artist in Residence wird die Geigerin Patricia Kopatschinskaja. „Wir haben gekämpft für die Öffnungsschritte“, sagte Intendantin Andrea Zietzschmann bei der Saisonvorschau. Sie spricht von einer neuer Normalität.